Dem Spargel auf der Spur

Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz (rechts) unterstützt die Schülerinnen beim Schälen und Schneiden der Spargelstangen, bevor das Gemüse zum Kuchenbelag verarbeitet wird. Foto: Thorsten Gutschalk

Von Helmut Kaupe

ALFRED-DELP-SCHULE Sechstklässler besuchen Bauernhof Steinmetz und backen Quiche

LAMPERTHEIM – Im Rahmen eines Präventionsprojektes des Kreises Bergstraße besuchte eine sechste Klasse der Alfred-Delp-Schule den Bauernhof Steinmetz, um Wissenswertes über die Geschichte, die Besonderheiten und die Verarbeitung von Spargel zu erfahren. 22 Schüler der Klasse 6Rc fanden sich mit ihrer Klassenlehrerin Luisa Schmidt im Bauernhof in der Römerstraße ein und erhielten unter dem Motto „Dem Spargel auf der Spur“ zunächst einen Eindruck über die betrieblichen Abläufe von der Anlieferung direkt vom Feld über Reinigung und Sortierung bis zum Verkauf im Hofladen.

Zahnärztin Reinhild Zolg, Gesundheitspräventionsbeauftragte des Kreises Bergstraße, begleitete die außerschulische Veranstaltung: „Es ist uns besonders wichtig, dass die Schüler über regionale Produkte und den Ablauf von der Anlieferung bis auf den Teller möglichst viel selbst erfahren. Wir sind deshalb Familie Steinmetz dankbar, dass sie diese Kooperation ermöglicht.“ Zunächst konnte die Klasse erleben, wie die Spargelstangen in einer Sortieranlage nach den unterschiedlichen Qualitätsmerkmalen wie Farbe oder Dicke selektiert wurden. Dabei zeigten sich die Jungen besonders an der „High-Tech-Steuerung“ interessiert.

Nach dieser Einführung stand die Praxis auf dem Stundenplan. Ziel war die Lehrküche, in der die Schüler mit der tatkräftigen Unterstützung von Stefanie Steinmetz die Zubereitung einer Spargel-Quiche übernahmen. „Dabei können sie lernen, dass der Spargel nicht nur ein saisonales Gemüse, sondern auch vielseitig verwendbar ist“, unterstrich die ehemalige Lampertheimer Spargelkönigin. Den Schülern machte es großen Spaß, den grünen und weißen Spargel mehr oder zunächst weniger fachmännisch zu schälen und den Teig für die Quiche vorzubereiten. „Die Köpfe sind das Beste“, meinte ein Schüler, und seine Kameraden nickten zustimmend. Die Schüler waren schließlich derart fleißig bei der Sache, dass noch zweimal ungeschälter Spargel nachgereicht werden musste.

Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz, beim Kreis Bergstraße unter anderem für den Bereich Gesundheit und Verbraucherschutz zuständig, ließ sich ebenfalls die Möglichkeit nicht entgehen, die Veranstaltung zu begleiten. „Der Bezug zu den Nahrungsprodukten geht bei den Jugendlichen immer mehr verloren. Deshalb freue ich mich, dass durch schulische Veranstaltungen wie diese das Bewusstsein für regionales Gemüse gestärkt wird.“ Stolz ließ es sich auch nicht nehmen, die Schüler beim Schälen tatkräftig zu unterstützen, und gab ihnen Tipps, worauf beim Verarbeiten des Spargels zu achten ist. Im Gespräch schwärmte Stolz von ihrer eigenen kulinarischen Vorliebe, dem „Bergsträßer Spargelgericht“: Spargel aus dem Ried mit leicht angewärmtem Odenwälder Kochkäse übergossen, dazu „Musik“, das Ganze begleitet von einem Bergsträßer Grauen Burgunder.

Jugendliche für gesunde Ernährung sensibilieren

Auf solchen kulinarischen Pfaden bewegte sich die Klasse 6Rc allerdings nicht und ließ sich ihre Quiche dennoch gut schmecken. Als Nachtisch hatten sie sich eine Kreation mit frischen Erdbeeren zubereitet. Mit dieser Kooperation zwischen Bauernhof und Schulklasse, die im Herbst mit der Zubereitung eines Kürbisgerichtes seine Fortsetzung finden wird, kann es gelingen, die Jugendlichen für regionale Produkte und damit für die eigene gesunde Ernährung zu sensibilisieren. Denn ihr Alltag sieht in der Regel oft ganz anders aus: Obst und Gemüse stehen in den Einkaufsmärkten ganzjährig zur Verfügung, und nur durch derartige schulische Projekte kann es gelingen, ein Umdenken zu lokalen, saisonalen Produkten zu bewirken. „Im Idealfall suchen die Schüler mit ihren Eltern ein Rezept aus, kaufen die frischen Zutaten ein und bereiten die Mahlzeit gemeinsam zu. Dies wäre eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung für die ganze Familie, die nicht täglich, aber zumindest grundsätzlich überhaupt einmal unternommen werden sollte“, lautete das Fazit aller Verantwortlichen.

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