Modernes und zeitgemäßes Lernen auf dem Biedensand-Campus

60 Millionen für Modernisierungsmaßnahme an Lessing-Gymnasium und Alfred-Delp-Schule

So soll der neue Biedensand-Campus rund um LGL und ADS künftig aussehen. Foto: Benjamin Kloos

LAMPERTHEIM – Bildung ist die Grundlage für die Zukunft – und damit die Schüler auch im Ried bestens für die Zukunft vorbereitet werden und perfekte Lernbedingungen finden, wagen Kreis, Stadt und Schulen den großen Wurf: In Lampertheim entsteht der Biedensand-Campus, bestehend aus Lessing-Gymnasium (LGL) und Alfred-Delp-Schule (ADS). Am Montag präsentierten die Beteiligten in einem Pressegespräch den Masterplan und damit verbunden die weiteren Planungen. Eines ist klar: Es wird viel bewegt, Landrat Christian Engelhardt rechnet mit einer Bauzeit von etwa zehn Jahren, auch wenn sich diese aufgrund zahlreicher Umstände nicht genau vorhersagen ließe.

Der Fokus wird eindeutig auf die Modernisierung anstatt auf die Sanierung gelegt. Mit dem geplanten Bau des Biedensand-Campus in Lampertheim wird der Kreis Bergstraße seine bislang größte Modernisierungsmaßnahme im Bereich Schulen durchführen: Bis zu 60 Millionen Euro sollen in den Biedensand-Campus investiert werden.

Campusgedanke wichtig 

„Es ist ein Vorhaben, dass uns allen gemeinsam sehr wichtig ist. Die beiden Schulen sind für die Stadt und die Region von großer Bedeutung, ebenso wie die Biedensandschule und die Elisabeth-Selbert-Schule, die sich ebenfalls auf dem Gelände befinden und in die Planungen des Campus mit einbezogen werden, auch wenn es dort zunächst keine baulichen Veränderungen an den Gebäuden geben wird”, erläuterte Landrat Engelhardt. „Das LGL und die ADS wurden im Investitionsplan weit nach vorne gezogen, weil die Schülerzahlen besonders beim LGL ein Handeln erforderlich gemacht haben. Dadurch ist Raum nötig, dieser ist weder vorhanden noch sind die seitherigen Räume in einem besonders guten Zustand.” Gleichzeitig bestünde die Chance, die Städtebauentwicklung in Lampertheim durch eine Öffnung des Geländes hin zur Stadt und zum Altrhein zu fördern.

Wie der Biedensand-Campus aussehen könnte, das stellten die Vertreter der OPUS-Architektengruppe aus Darmstadt vor. „Wichtig ist uns der Campusgedanke und gleichzeitig die Einbindung der Natur. Das aktuelle Gebiet wird geöffnet und durchlässig, ein Ort an dem man sich wohl fühlt und gerne aufhält.” Vor Ort seien alle Gebäude untersucht worden. Dabei sei rasch klar geworden, dass eine reine Sanierung keinen Sinn mache, sondern dass man einen Neuanfang wagen solle.

Altrheinhalle weicht 

Als erste Maßnahme zur Gestaltung des Campus müsste die Altrheinhalle entfernt werden – diese habe einen großen Sanierungsbedarf der sich in den kommenden Jahren nicht rechne, zudem gebe es viele nicht mehr benötigte Elemente wie die große Tribüne. Durch den Abriss entsteht Platz für einen Neubau des LGL, so dass die Schüler in der Bauphase in ihren bisherigen Räumen unterrichtet werden und nicht in Container umziehen müssten. Für den Schulsport und die Vereine bedeutet dies, dass sie größtenteils in die Hans-Pfeiffer-Halle ausweichen müssen, bis nach Abschluss der Schulneubauten die Dreifeldsporthalle erbaut werden kann. Die Stadtverwaltung wird hierzu rechtzeitig mit den entsprechenden Vereinen Kontakt aufnehmen, sobald die genauen Planungen feststehen.

Landrat Christian Engelhardt (4.v.l.) erörterte den Vertretern der Schulen und dem Ersten Stadtrat Jens Klingler (2.v.r.) gut gelaunt die aktuellen Planungen Foto: Benjamin Kloos

Neue Gebäude für LGL und ADS

Nachdem Neubau des „neuen” LGL werden die Schüler des LGL relativ schnell einen hochmodernen Unterrichtsraum in einem neuen Gebäude genießen können. Wenn der Umzug erfolgt ist, werden die Schüler des Naturwissenschaftlichen Zentrums (NTZ) in das alte Gebäude des LGL umziehen, bevor das NTZ ebenfalls abgerissen wird. Hier entsteht die neue ADS. Nach der Fertigstellung werden die Schüler aus dem alten LGL in die neuen Räume der ADS ziehen, bevor die „alte” ADS im Anschluss wie auch das alte LGL abgerissen werden. Hier entsteht das Herz des neuen Campus, grün, offen und als Ort der Begegnung gedacht. Gleichzeitig findet hier die Vernetzung zwischen Stadt, Campus und Altrhein statt. Auch eine neue Dreifeld-Sporthalle ist im Anschluss in Planung. Wichtig ist bei der gesamten Maßnahme, dass das pädagogische Konzept mit in die Gebäude und den gesamten Bildungscampus einfließt, wie alle Beteiligten betonten.

Rakete statt Seifenkiste

Dass der neue Campus Teil der Stadtentwicklung sein kann und wird betonte der Erste Stadtrat Jens Klingler. „Gerade saßen wir noch in einer Seifenkiste, jetzt geht es in einer Rakete nicht Richtung Mond, sondern Richtung Mars. Wir wollten, dass an diesem Standort etwas passiert, dass es nun so schnell geht, dafür sind wir sehr dankbar. Die Entwicklung des Campus passt 1:1 in unser städtisches Förderprogramm vom Altrhein bis zum Stadtwald. Ganz wichtig ist, dass wir die Situation rund um den Verkehr gerade zu Schulbeginn entschärfen können. Wir unterstützen dieses wichtige Projekt zu 100 Prozent!”

Im nächsten Schritt werden sich alle Beteiligten an einen Tisch setzen und gemeinsam Ideen zur Umsetzung entwickeln, Kreis, Stadt und die Schulen. „Wir freuen uns mitgenommen zu werden. Es wird sich sehr viel im pädagogischen Bereich tun, gerade was die Einbindung der neuen Gebäude in das pädagogische Konzept betrifft. Wir wollen Eltern, Lehrer und Schüler einbinden. Hier kann etwas tolles entstehen” waren sich die Schulleiterinnen der beiden Schulen, Silke Weimar-Ekdur (LGL) und Sylvia Meier (ADS) mit Blick auf diese „einmalige und historische Chance für Kreis, Stadt und Schulen” einig. Benjamin Kloos

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