Musik fürs Selbstvertrauen

Von Vanessa Döfler

ALFRED-DELP-SCHULE Kooperation mit der Popakademie begeistert Lehrer und Schüler

LAMPERTHEIM – Eine Turnhalle als Konzertsaal, engagierte Studenten und motivierte Schüler: So einfach geht es, wenn Sechstklässler der Alfred-Delp-Schule fürs Musikmachen begeistert werden sollen. Die Schule hatte sich für ein Förderprogramm der Popakademie Baden-Württemberg beworben und hatte Glück: An zwei Terminen kamen 17 Bachelorstudenten der Mannheimer Akademie nach Lampertheim, übten einen ganzen Schultag lang mit 60 Kindern und veranstalteten zum Abschluss ein Konzert in der Turnhalle.

Das Konzept des Projekts „Pop macht Schule“ ist unkompliziert: Keiner muss ein Instrument können, keiner muss im Gesangsunterricht sein. Einstudiert werden übersichtliche Notationen und einfache Liedtexte, im Mittelpunkt steht der Spaß an der Musik und an der Arbeit in einem kleinen Team. Das Projekt gibt es schon länger, bereits 2009 hatte die Popakademie für die Arbeit mit den Schülern den Landeslehrpreis des Landes Baden-Württemberg bekommen. Eva Starke, Musiklehrerin und Fachschaftsleiterin an der Alfred-Delp-Schule, koordiniert das Projekt an der Schule. Sie ist begeistert: „Es ist toll, zu sehen, wie stolz die Schüler sind und wie selbstbewusst sie mit den Instrumenten umgehen, obwohl sie keine Vorkenntnisse haben.“ Kaum einer der teilnehmenden 60 Schüler spiele ein Instrument, sagte die Lehrerin, auch an der Schule gibt es bislang keine Musik-Arbeitsgruppe. Das aber soll sich jetzt ändern: Im Zuge des Projekts will Eva Starke im kommenden Schuljahr eine Schulband bilden. Alle Kinder von der fünften bis zur zehnten Jahrgangsstufe sollen daran teilnehmen dürfen, bereits jetzt haben sich aus den sechsten Klassen mehr als 20 Schüler für die Band gemeldet. Die Idee, „Pop macht Schule“ als Initialzündung zu nutzen, scheint zu funktionieren. Außerdem will Starke einen Wahlpflichtkurs Musik für die siebten Klassen anbieten. Die Alfred-Delp-Schule wird dabei weiter von der Popakademie begleitet werden, dann allerdings von Masterstudenten, die als sogenannte „Teamteacher“ mit dabei sein werden.

Parallel zu den Workshops für die vier sechsten Klassen aus dem Haupt- und Realschulzweig konnten auch die Musiklehrer der Schule an einer Fortbildung der Popakademie teilnehmen. Sie setzten sich mit denselben Instrumenten auseinander, die auch Schüler ausprobieren durften. Denn nicht alle der Lehrer spielen selbst ein Instrument, einige unterrichten sogar fachfremd Musik. Das heißt, sie übernehmen einen Unterricht, für den sie eigentlich gar nicht ausgebildet sind. Umso willkommener war „Pop macht Schule“ und die damit verbundenen neuen Erfahrungen.

Damit der Neustart des Musikunterrichts gelingt, muss die Schule investieren: Insgesamt 5000 Euro werden in die Anschaffung von Musikinstrumenten fließen. Gebraucht werden E-Gitarren und Verstärker, Bassgitarren, ein elektrisches Piano und natürlich ein Schlagzeug. Seit vergangenem Herbst gibt es einen neuen Keyboard-Raum in der Schule, der wird im Musikunterricht jetzt schon genutzt. Und in den Pausen ist auch der große Musikraum offen.

Das Projekt „Pop macht Schule“ will zwar vor allem den Sinn der Jugendlichen für gute Popmusik schärfen, doch wichtig ist auch das gemeinsame Lernen, der Ausbau der Teamfähigkeit und der eigenen Kreativität. „Die Schüler treten in den Workshops ganz anders auf, sie verhalten sich anders als im Schulalltag“, sagte Eva Starke, während im Hintergrund ein Teil der Schüler lautstark probte.

Wer seine Sache besonders gut macht, darf mit zum großen Abschlusskonzert nach Mannheim.

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