In der „Wiege der Demokratie“

Von Christian Hofmann

Deutsch-polnisches Austauschprojekt mit Schülern aus Schweidnitz / Besuch des Hambacher Schlosses

Zum Abschluss gibt es für die Teilnehmer der vier Schulen einen Empfang im Lampertheimer Rathaus. Foto: Thorsten Gutschalk

LAMPERTHEIM – „Ich freue mich, dass wir hier den Abschluss eines verlängerten Wochenendes haben und dass wir uns austauschen können, was ihr erlebt habt“, erklärte Bürgermeister Gottfried Störmer im Sitzungssaal der Stadtverwaltung. Rings um den Rathauschef herum saßen Schüler in gelben und roten T-Shirts.
Vom vergangenen Donnerstag bis zum gestrigen Montag fand ein deutsch-polnischer Schüleraustausch statt zwischen dem Litauischen Gymnasium Hüttenfeld, dem Heppenheimer Starkenburg-Gymnasium, der Lampertheimer Alfred-Delp-Schule und der Schule Pszenno in der polnischen Gemeinde Schweidnitz. Im Lampertheimer Stadthaus durften die 22 teilnehmenden Jugendlichen mit einem Beamer-Vortrag über ihre Erfahrungen berichten. Seit Februar 2006 besteht eine partnerschaftliche Vereinbarung zwischen der polnischen Gemeinde Schweidnitz und der Stadt Lampertheim.
Unter anderem besichtigten die deutschen und polnischen Heranwachsenden das Hambacher Schloss in der Pfalz, das als Geburtsstätte der deutschen Demokratie gilt. Ein Gästeführer zu Pferd und mit wehender Fahne leitete die Besuchergruppe den Weg hoch auf den Berg zum Schloss, wo Ministerpräsidentin Malu Dreyer die polnisch-deutschen Besucher empfing und das Gespräch suchte.
„Das war echt eine Erfahrung, mit so einer prominenten Politikerin zu sprechen, die man schon im Fernsehen gesehen hat“, begeisterte sich Schülerin Julia Hörl, die das Litauische Gymnasium im Stadtteil Hüttenfeld besucht und dort in die 12. Klasse geht. „In ihrer Rede ging Ministerpräsidentin Malu Dreyer auf die Frauenrechte ein, was für uns Mädels wichtig war“, berichtete Teilnehmerin Julia Hörl. „Ich bin über meinen Geschichtskurs zu diesem deutsch-polnischen Projekt gekommen, da wurden wir eingeladen“, schilderte die 16-Jährige. Zudem durften sich die Besucher die altertümliche Fahne des Hambacher Festes aus dem Jahre 1832 anschauen.
Seit Mai 2004 ist die parlamentarische Republik Polen ein Mitglied der Europäischen Union. Jedoch bedauerten einige Jugendliche, dass die musealen Ausstellungen im Hambacher Schloss ausschließlich die überlieferte Historie der Demokratie behandeln und kaum tagesaktuelle Entwicklungen rund um diesen Begriff aufgreifen.
Mangelnde Aktualität der Ausstellung beklagt
„Wir werden das an das Hambacher Schloss weitergeben. Wir müssen uns Gedanken darüber machen, diesen Austausch weiterzuführen“, versprach Bürgermeister Störmer und ergänzte: „Es ist ein reizvolles Thema, das aktuelle Europa zu diskutieren.“ Darüber hinaus besichtigten die Pennäler den Wormser Dom, das Martin-Luther-Denkmal und den Jüdischen Friedhof in der benachbarten Nibelungenstadt.
Im Sitzungssaal des Stadthauses spielten die Jugendlichen einen kurzen Videoclip auf der Leinwand ab. „Hurra, wir fahren nach Deutschland, the German friends!“, jubelten darin fünf polnische Schüler, die voller Erwartung in einem Kleinbus saßen. Zum Schluss ließ Bürgermeister Störmer blaue Plastikbehälter, auf denen „Heldenbox“ zu lesen stand, mit Pralinen darin an die deutschen und polnischen Heranwachsenden verteilen.
„Auf dem Hambacher Schloss haben wir gelernt, wie man ein Gespräch führen kann, ohne sich zu streiten“, erklärte Schülerin Julia Hörl, die in dem 17-jährigen Kasper Grzoa einen Freund für den Austausch per E-Mail gewonnen hat. Allerdings konnten die Jugendlichen aufgrund des umfangreichen Tagesprogramms abends nur wenig Zeit miteinander verbringen.
© VRM GmbH & Co. KG

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Elternforum zum Thema „Übergang Schule – Beruf, Ausbildung, Studium“

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27. Berufsinformationsbörse

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45 Abc-Schützen in Lampertheim mehr als im vergangenen Jahr

Von Oliver Lohmann

LAMPERTHEIM – Die Zahl der Abc-Schützen ist in Lampertheim gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen. Am Dienstag starten 295 Erstklässler mit ihrer schulischen Laufbahn, 2017 waren es nur 250. Dafür hat die Zahl der Fünftklässler am Lessing-Gymnasium deutlich abgenommen.

Die Lehrkräfte sind vorbereitet, die Schulgebäude gesäubert – am Montag kann der Unterricht beginnen. Noch einen Tag „Schonfrist“ haben die Abc-Schützen und die Fünftklässler, für sie beginnt der neue Lebensabschnitt am Dienstag mit Einschulungsfeiern und Gottesdiensten. Festzustellen ist, dass alle Grundschulen mehr Abc-Schützen begrüßen können als im Jahr zuvor: An der Goetheschule beginnen 79 Schüler ihre Lern-Laufbahn (einer mehr als 2017), an der Pestalozzischule 66 (auch einer mehr), an der Schillerschule gibt es 67 i-Dötzchen, das sind 19 mehr als im Vorjahr, an der Hofheimer Nibelungenschule ist die gleiche Steigerung auf nun 60 neue Kinder. Auch in Hüttenfeld werden mehr Abc-Schützen willkommen geheißen: 23, eine Steigerung um fünf. Dort gibt es wieder eine sogenannte Flexklasse, bei der Erst- und Zweitklässler gemeinsam unterrichtet werden.

SCHULSTART
Ökumenische Einschulungsgottesdienste für Abc-Schützen (alle Dienstag): Goetheschule, 9 Uhr in der Martin-Luther-Kirche; Schillerschule, 10 Uhr in der Domkirche; Pestalozzischule, 9 Uhr in der St.-Andreas-Kirche; Seehofschule, 9 Uhr in der Gustav-Adolf-Kirche; Nibelungenschule, 9 Uhr in der Balthasar-Neumann-Kirche.

Einschulungsfeiern an sonstigen Schulen: Biedensandschule Montag, 8 Uhr; Lessing-Gymnasium Dienstag 9 und 10.30 Uhr in der Aula; Alfred-Delp-Schule Dienstag 10 Uhr in der Mensa; Litauisches Gymnasium Montag ab 9.30 Uhr; Elisabeth-Selbert-Schule Donnerstag 8 bis 12.30 Uhr Sport- und Kennenlern-Fest. (olo)

An der Biedensandschule gibt es wie im Vorjahr neun neue Schüler. Die bisherige Schulleiterin Edith Sperling-Sesin wurde pensioniert, derzeit wird die Einrichtung von Sybille Hermanns kommissarisch geführt.

Einen Rückgang an Sextanern verzeichnet das Lessing-Gymnasium: 126 Fünftklässler erstürmen das Schulgebäude am Dienstag, das sind 19 weniger als im vergangenen Jahr. Den umgekehrten Trend gibt es an der Alfred-Delp-Schule: Statt 100 sind es diesmal 109 Fünftklässler, die Haupt- und Realschulklassen besuchen. Weitere 41 neue Schüler an der ADS verteilen sich auf andere Jahrgangsstufen. Die ADS weist darauf hin, dass für Schüler ab Jahrgangsstufe sechs der Unterricht am Montag um 7.55 Uhr beginnt und um 12.20 Uhr endet. Bis einschließlich Mittwoch findet Klassenlehrerunterricht jeweils von 7.55 bis 12.20 Uhr statt. Ab Donnerstag wird nach dem Stundenplan unterrichtet, der reguläre Nachmittagsunterricht und die Arbeitsgemeinschaften beginnen in der zweiten Schulwoche.

Das Litauische Gymnasium startet mit dem Unterricht für alle Schüler am Montag. Nach dem Fahnenhissen und einem Gottesdienst gibt es eine Eröffnungsveranstaltung für alle Schüler.

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Zum Zeugnis gibt’s eine Rose dazu

Bildung Abschlussklassen der Alfred-Delp-Schule feiern das Ende ihrer Schulzeit

Lampertheim. Festlich war die Hans-Pfeiffer-Halle am Donnerstagabend geschmückt. Luftballons in Schwarz, Gold und Weiß umrahmten die Bühne und in großen goldenen Buchstaben zierten die Buchstaben „AK 18“ die Bühne. Stolz feierten dort die Schulabgänger des Haupt- und Realschulzweiges der Alfred-Delp-Schule ihre Abschlussfeier gemeinsam mit Familie und Freunden. Die Schüler Matthias Boxheimer und Sean Viehöver hießen die Gäste willkommen und führten durch das Programm.

Wunschrede

Den Beginn machten Schulleiterin Sylvia Meier und ihr Stellvertreter Alexander Böhm mit ihrer Rede. „Es freut uns, dass Sie den Weg gefunden haben und reingesteppt sind“, begrüßte Böhm die Gäste. Um eine langweilige Rede über den Sinn des Lebens und einen Rückblick auf den Schulalltag zu vermeiden, hatten die beiden die Schulabgänger zuvor befragt, welche Sätze sie gerne in ihrer Abschlussrede hören würden. Die Antworten hatte das Schulleitungsteam mit viel Humor zu einer Ansprache zusammengebastelt.

„Ihr habt es geschafft. Nach fünf oder sechs Jahren auf dieser Schule. Es ist geschafft“, lobte Meier die Jugendlichen. Dann entließ sie einen weiteren Jahrgang aus der Schule in die Arbeitswelt. „Wir wünschen euch eine tolle Zukunft“, fügte Böhm hinzu. Im Anschluss wurden die Zeugnisse ausgeteilt. Zu einem Musikstück ihrer Wahl wurden die Klassen auf die Bühne gerufen, und die Schulabgänger bekamen von Meier und Böhm ihr langersehntes Zeugnis mit einer Rose überreicht. Die besten Schüler wurden zusätzlich geehrt. Für den ersten Showact des Abends sorgte Hassan Hosseiny mit einem selbst geschriebenen persischen Rap, der von Hoffnung handelte.

Stellvertretend für die Schulabgänger richtete Daniel Rakowski das Wort an die Gäste: „Es ist nun die Zeit gekommen, sich von allen zu verabschieden“, sagte er. Einen Dank richtete er vor allem an die Lehrer für die Unterstützung während der Schulzeit. „Es war wirklich schön, gemeinsam hier gelernt zu haben“, wandte er sich an seine Mitschüler. Einen weiteren musikalischen Beitrag lieferte die Schulband, die sich erst kurz vor der Abschlussfeier zusammengefunden hatte. Mit ihrer Interpretation von Calvin Harris’ „Feels“ lockte die Gruppe das gesamte Publikum vor die Bühne und wurde mit gebührendem Applaus belohnt. Mit einer Diashow mit Bildern aus der Schulzeit des Jahrgangs klang die Feier aus.

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Werbung für Organspenden

Von Vanessa Joneleit

ALFRED-DELP-SCHULE Kreisbeigeordnete Diana Stolz wünscht sich mehr Aufklärung

LAMPERTHEIM – Über 10 000 Menschen warten in Deutschland auf ein Organ. Die Zahl der Spenden ist zwischen 2010 und 2017 allerdings um zehn Prozent zurückgegangen, hat mittlerweile einen Tiefstand erreicht. „In Hessen sind die Zahlen glücklicherweise noch nicht rückläufig. Als Kreisgesundheitsdezernentin ist es mir dennoch ein Anliegen, für Aufklärung zu sorgen und die Menschen dahingehend zu sensibilisieren, zumindest eine Entscheidung zu treffen“, sagt Kreisbeigeordnete Diana Stolz. Anlässlich des Tags der Organspende hat der Kreis Bergstraße daher in Zusammenarbeit mit der Alfred-Delp-Schule wieder einen Aktionstag veranstaltet.

  • AUSWEISE
    Der Tag der Organspende ist ein Aktionstag, der seit 1983 jedes Jahr am ersten Samstag im Juni stattfindet. Selbsthilfegruppen, Patientenverbände und Stiftungen informieren an diesem Tag rund um das Thema Organspende und verteilen Spenderausweise. (vjo)

 

Betroffene schaffen Nähe zum Thema

Neunt- und Zehntklässler der Schule erfuhren im Rahmen des Aktionstags alles Wissenswerte rund ums Thema Organspende. Dafür sorgten beispielsweise Vertreter des Deutschen Roten Kreuzes, aber auch Betroffene. Uwe Korst war zwei Jahre lang Dialysepatient, bevor er eine Niere als Lebendspende von seiner Frau erhielt. Auch Patricia Meurer ist Dialysepatientin. „Wenn man die Erzählungen von Menschen hört, die es direkt betrifft, dann schafft das nochmal eine ganz andere Nähe zum Thema“, berichtete Schulsprecherin Theodora Nikolakopolou, „im Alltag haben die meisten von uns ja eher wenig Berührungspunkte mit diesem Thema.“

Schulleiterin Sylvia Meier betont, dass es generell ein großes Anliegen der Schule sei, Präventionsarbeit zu leisten, vor allem, was gesundheitliche Themen angeht. „Kinder und Jugendliche sollen sich mit solchen Themen auseinandersetzen und vielleicht dazu animiert werden, eine Entscheidung zu treffen.“ Das sieht Diana Stolz genauso. „Nicht zuletzt ist eine Entscheidung für oder gegen eine Organspende, die im Ausweis dokumentiert wird, auch eine ungemeine Hilfe für die Familie, falls es wirklich mal zu einem Unglücksfall kommen sollte.“ Wenn Angehörige mit der Entscheidung alleine gelassen würden, gebe es fast keine größere Bürde.

© VRM GmbH & Co. KG


Gemeinsame für Aufklärung in Sachen Organspende (von links): Ulrich Bergmann von der DRK Bergstraße, Dr. Walter Seelinger vom Gesundheitsnetz GALA, Gesundheitsdezernentin Diana Stolz, Organspende-Empfänger Uwe Korst, Schulsprecherin Theodora Nikolakopolou, Dialysepatientin Patricia Meurer, Jens Klingler (Erster Stadtrat Lampertheim) sowie Schulleiterin Sylvia Meier.

 

weitere Informationen auf der Seite des Kreises Bergstraße

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In Freundschaft verbunden

Die Lampertheimer Schüler und ihre polnischen Freunde freuen sich schon auf das nächste Treffen im September. Foto: Stadt Lampertheim

ALFRED-DELP-SCHULE Deutsch-polnischer Austausch / Nächstes Treffen auf Hambacher Schloss

LAMPERTHEIM – (red). Die Lampertheimer Alfred-Delp-Schule empfing eine Gruppe von 17 Schülern einer Schule aus der Gemeinde Swidnica, Ortsteil Pszenno. Die Gäste wurden nach ihrer zwölfstündigen Anreise, die durch mehrere Verkehrsstörungen in die Länge gezogen worden war, in der Alfred-Delp-Schule empfangen. Der Empfang war sehr herzlich, da sich die meisten Schüler bereits vom ersten Besuch in der Begegnungsstätte in Kreisau im Oktober 2017 kannten. Gleich zu Beginn wurden die Gäste von den Gastgebern zu einem selbst gekochten Essen in der Schulküche eingeladen. Für 17 Schüler aus Swidnica stand ein abwechslungsreiches Programm bevor, neben verschiedenen Workshops auch Freizeitaktivitäten wie eine Wanderung, eine Fahrt nach Heidelberg, ein Besuch der Sommerrodelbahn und des Kletterwaldes auf der Kreidacher Höhe auf dem Programm.

Die 15 Schüler der Alfred-Delp-Schule wurden von den Lehrkräften Herma Dölger und Agata Pater betreut, für die polnischen Freunde waren die Lehrkräfte Doraota Sierzputowska und Isa Koziol mit nach Lampertheim gereist. Vom 13. bis 16. September werden sich Schüler der Alfred-Delp-Schule, des Kreis Bergstraße sowie aus der Gemeinde und dem Kreis Swidnica wieder zusammenfinden, um an dem europäischen Projekt „Matchbox – follow Democracy“ auf dem geschichtsträchtigen Hambacher Schloss teilzunehmen.

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Suche nach zukünftigen Fachkräften

Nick Bickelhaupt (Mitte) wirbtbei den Lampertheimer Schülern vor einer geöffneten Motorhaube für den Beruf des KFZ-Mechatronikers. Foto: Thorsten Gutschalk

ALFRED-DELP-SCHULE Auszubildende informieren über Berufsperspektiven

LAMPERTHEIM – (vdö).   Aufgeklappte Motorhaube, die Türen sperrangelweit geöffnet: Rund um einen nagelneuen VW Golf steht eine Schulklasse, die Schüler blicken neugierig ins Wageninnere und hören gleichzeitig drei jungen Leuten zu. Aleksandra, Ricardo und Nick sind Auszubildende in der Metallindustrie, sie waren in der Alfred-Delp-Schule als Botschafter für ihre Berufe unterwegs.

Auf Initiative des südhessischen Unternehmensverbands Hessenmetall läuft seit fast drei Jahren die Kampagne „Mobil und authentisch“. Sie bringt Informationen rund um die Branche direkt zu den Schülern und machte nun auch in Lampertheim Station. Denn die Schüler werden dringend in der Metallbranche gebraucht – Fachkräftemangel ist hier nicht nur eine Worthülse, gute Kfz- oder Industriemechatroniker, Techniker im Elektronik- oder Informatikbereich und Fachkräfte für Lagerlogistik werden in jedem Ausbildungsjahr gesucht.

Das Auto dient als Brückenbauer

Das Auto ist in diesem Fall der Brückenbauer, die praktische Darstellung der modernen Industrieberufe. Denn heutzutage greifen die Berufsbilder immer verzahnter ineinander, das vielfältige Zusammenspiel der Berufe ist oft kaum zu überblicken. Deshalb dient das Projekt als Orientierung für die Jugendlichen, die schon nach den Sommerferien die ersten Bewerbungen für einen Ausbildungsplatz schreiben werden. An der Alfred-Delp-Schule waren zwei Vorabgangsklassen eingeladen, sich zu informieren. Die Berufsorientierung ist an der Schule fest in den Jahresablauf eingebunden. „Der Bewerbertag und die Berufsinformationsbörse zählen schon zu bewährten Einrichtungen, ein weiterer Baustein ist nun diese Aktion“, sagte Alexander Böhm, stellvertretender Schulleiter. Er brachte die Motivation der Veranstaltung auf den Punkt: Wichtig sei für die Jugendlichen zu sehen, warum sie eigentlich in die Schule gehen und warum es sich lohnt, gute Noten zu haben.

Vor allem der direkte Kontakt mit Auszubildenden könne Wege und Erfahrungen aufzeigen, so Reinhard Pfeifer, der als Ausbildungsleiter bei Dentsply Sirona immer auf der Suche nach motivierten Jugendlichen ist. Er war gemeinsam mit Robert Bopp vor Ort in Lampertheim. Bopp arbeitet ebenfalls in der Ausbildungsabteilung und als Serviceleiter, allerdings bei der J. Wiest und Söhne GmbH – die hatte als Mitglied im Unternehmerverband das Auto als Anschauungsobjekt für die Aktion zur Verfügung gestellt. „Wir gehen unter Umständen auch mehrmals im Jahr an Schulen, um diesen wichtigen Kontakt herzustellen und unsere Ausbildungsberufe vorzustellen“, sagte Pfeifer. Ob und wie viele der angesprochenen Jugendlichen schließlich einen Beruf in der Metallindustrie ergreifen, sei nicht nachvollziehbar.

Lehrer Alexander Böhm hätte gerne mehr kleine Firmen, die sich seinen Schülern präsentieren. Die allerdings könnten es sich oft nicht leisten, einen Mitarbeiter einen ganzen Tag lang an die Schule zu schicken. Es gibt aber eine andere Möglichkeit: Wer will, kann auch nur für eine Stunde kommen – einfach so und zwischendurch sich mit ausgesuchten Schülern ins Gespräch begeben, den einen oder anderen damit vielleicht sogar zu einem Praktikum überzeugen, betonte Böhm.

© Echo Zeitungen GmbH


mit freundlicher Unterstützung von:

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Praxisbezogener Einblick ins Ausbildungs- und Berufsleben

Mobile und authentische Berufsinformation zu Besuch in der Alfred-Delp-Schule

Azubi Nick Bickelhaupt (3.v.r.) erläuterte den Schülern der ADS anhand eines Autos praxisbezogen die Inhalte der Ausbildung zum KFZ-Mechatronikers. Foto: Benjamin Kloos

LAMPERTHEIM – Einen äußerst praxisnahen Einblick in das Ausbildungs- und Berufsleben konnten am Mittwoch Schüler der Alfred-Delp-Schule (ADS) erleben. Denn die erfolgreiche Nachwuchskampagne „Mobil + Authentisch” für duale Ausbildungsberufe ging hier mit einem besonderen Projekt in die zweite Runde: Zwei Schülergruppen aus Vorabgangsklassen wurden von Auszubildenden von Dentsply Sirona über Inhalte und Tätigkeitsbereiche moderner Industrieberufe informiert. Zum Einsatz kam dabei ein VW Golf eines Darmstädter Autohauses.
Ein besonderes Plus dieses Projektes ist der direkte Kontakt zwischen den Schülern und den Azubis, wobei es sich äußertet positiv auswirkt, dass die Azubis die Sprache der Schüler sprechen, wie Reinhard Pfeifer, Manager Vocational Training bei Dentsply Sirona in Bensheim, betonte. Generell bewertet er das Projekt sehr positiv: „Die Kampagne Mobil und Authentisch vermittelt Schülern sehr eindrucksvoll das Zusammenspiel verschiedenster Berufe am Beispiel eines Autos, weil damit direkt auf dem Schulhof ‚begreifbar‘ die Verbindungen zwischen den Berufen aufgezeigt werden. Dadurch, dass bei den Veranstaltungen sowohl Ausbilder als auch Auszubildende die Schüler informieren, können diese einen umfänglichen Einblick in die Berufe bekommen.” Daher standen neben Vertretern der Ausbildungsberufe auch drei Azubis als Ansprechpartner zur Verfügung – Nick Bickelhaupt für den Bereich des KFZ-Mechatronikers, Ricardo Martinez für den Bereich des Industriemechanikers sowie Alexsandra Kowolik als Ansprechpartnerin für den Bereich Mechatronik.
Interessiert stellten die ADS-Schüler Fragen und ließen sich die genauen Abläufe der Ausbildung bildhaft vor Augen führen – eine gelungene und dabei durchaus äußerst sinnvolle Abwechslung vom üblichen Unterricht. Dies sieht auch die ADS selbst so, die Kooperationen wie diese ausdrücklich begrüßt und gerne auch mit anderen Unternehmen ausbauen würde. Zustande kam dieses besondere Projekt durch die guten Beziehungen, welche die ADS mit Dentsply Sirona unterhält – denn diese ist regelmäßig im Rahmen der Bewerbertage und der Ausbildungsmesse vor Ort. Ziel ist es, Firmen wie Dentsply Sirona möglichst oft vor Ort an der Schule zu haben, um die Schüler möglichst frühzeitig an mögliche Ausbildungsberufe heranzuführen. Gleichzeitig sind solche Projekte für die Schüler auch immer sehr interessant und können durch den praxisnahen Einblick in die Ausbildung eine Motivation für die weitere schulische Laufbahn darstellen. Daher ist die ADS auch sehr an einer Fortsetzung des Projektes interessiert. Benjamin Kloos

© 2018 TIP-Verlag Lampertheim

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Musik fürs Selbstvertrauen

Von Vanessa Döfler

ALFRED-DELP-SCHULE Kooperation mit der Popakademie begeistert Lehrer und Schüler

LAMPERTHEIM – Eine Turnhalle als Konzertsaal, engagierte Studenten und motivierte Schüler: So einfach geht es, wenn Sechstklässler der Alfred-Delp-Schule fürs Musikmachen begeistert werden sollen. Die Schule hatte sich für ein Förderprogramm der Popakademie Baden-Württemberg beworben und hatte Glück: An zwei Terminen kamen 17 Bachelorstudenten der Mannheimer Akademie nach Lampertheim, übten einen ganzen Schultag lang mit 60 Kindern und veranstalteten zum Abschluss ein Konzert in der Turnhalle.

Das Konzept des Projekts „Pop macht Schule“ ist unkompliziert: Keiner muss ein Instrument können, keiner muss im Gesangsunterricht sein. Einstudiert werden übersichtliche Notationen und einfache Liedtexte, im Mittelpunkt steht der Spaß an der Musik und an der Arbeit in einem kleinen Team. Das Projekt gibt es schon länger, bereits 2009 hatte die Popakademie für die Arbeit mit den Schülern den Landeslehrpreis des Landes Baden-Württemberg bekommen. Eva Starke, Musiklehrerin und Fachschaftsleiterin an der Alfred-Delp-Schule, koordiniert das Projekt an der Schule. Sie ist begeistert: „Es ist toll, zu sehen, wie stolz die Schüler sind und wie selbstbewusst sie mit den Instrumenten umgehen, obwohl sie keine Vorkenntnisse haben.“ Kaum einer der teilnehmenden 60 Schüler spiele ein Instrument, sagte die Lehrerin, auch an der Schule gibt es bislang keine Musik-Arbeitsgruppe. Das aber soll sich jetzt ändern: Im Zuge des Projekts will Eva Starke im kommenden Schuljahr eine Schulband bilden. Alle Kinder von der fünften bis zur zehnten Jahrgangsstufe sollen daran teilnehmen dürfen, bereits jetzt haben sich aus den sechsten Klassen mehr als 20 Schüler für die Band gemeldet. Die Idee, „Pop macht Schule“ als Initialzündung zu nutzen, scheint zu funktionieren. Außerdem will Starke einen Wahlpflichtkurs Musik für die siebten Klassen anbieten. Die Alfred-Delp-Schule wird dabei weiter von der Popakademie begleitet werden, dann allerdings von Masterstudenten, die als sogenannte „Teamteacher“ mit dabei sein werden.

Parallel zu den Workshops für die vier sechsten Klassen aus dem Haupt- und Realschulzweig konnten auch die Musiklehrer der Schule an einer Fortbildung der Popakademie teilnehmen. Sie setzten sich mit denselben Instrumenten auseinander, die auch Schüler ausprobieren durften. Denn nicht alle der Lehrer spielen selbst ein Instrument, einige unterrichten sogar fachfremd Musik. Das heißt, sie übernehmen einen Unterricht, für den sie eigentlich gar nicht ausgebildet sind. Umso willkommener war „Pop macht Schule“ und die damit verbundenen neuen Erfahrungen.

Damit der Neustart des Musikunterrichts gelingt, muss die Schule investieren: Insgesamt 5000 Euro werden in die Anschaffung von Musikinstrumenten fließen. Gebraucht werden E-Gitarren und Verstärker, Bassgitarren, ein elektrisches Piano und natürlich ein Schlagzeug. Seit vergangenem Herbst gibt es einen neuen Keyboard-Raum in der Schule, der wird im Musikunterricht jetzt schon genutzt. Und in den Pausen ist auch der große Musikraum offen.

Das Projekt „Pop macht Schule“ will zwar vor allem den Sinn der Jugendlichen für gute Popmusik schärfen, doch wichtig ist auch das gemeinsame Lernen, der Ausbau der Teamfähigkeit und der eigenen Kreativität. „Die Schüler treten in den Workshops ganz anders auf, sie verhalten sich anders als im Schulalltag“, sagte Eva Starke, während im Hintergrund ein Teil der Schüler lautstark probte.

Wer seine Sache besonders gut macht, darf mit zum großen Abschlusskonzert nach Mannheim.

© VRM GmbH & Co. KG

 

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