Songs produzieren wie die Profis

Unter der Leitung von Musikstudent Danny-Joe versuchen sich Silan, Chris und Sevvan (von links) am Schlagzeug. Foto: Thorsten Gutschalk

Von Christian Hoffmann

Studenten der Mannheimer Popakademie vermitteln Spaß am Musizieren

LAMPERTHEIM – Als Gastdozent Jonas Piknias auf seinem Laptop als digitales Musikbeispiel einen stampfenden Song der bayerischen Alternative-Metal-Band „The Ghost Rockets“ abspielte, ging dem geneigten Zuhörer sofort durch den Kopf: Klingt wie „Faith No More“, vor allem in Bezug auf den finessenreichen Mike-Patton-haften Gesang. „Ich habe bei Ghost Rockets mitgearbeitet als Assistant Engineer“, erklärte Gastdozent Jonas Piknias.

Im Rahmen des Projekts „Pop macht Schule“ besuchten gestern 20 Studenten und Vertreter der Mannheimer Popakademie die Lampertheimer Alfred-Delp-Schule, um Schülern der 6. Klassen von Haupt- und Realschule in unterschiedlichen Workshops die durchaus komplexe Kunst der Rock- und Popmusik näherzubringen. Am Ende trafen sich sämtliche Workshop-Gruppen zur gemeinsamen Präsentation in der Turnhalle.

Es war eine Premiere für die Alfred-Delp-Schule. „Wir haben uns als Schule für dieses Projekt bei der Popakademie beworben“, schilderte Musikfachschafts-Leiterin Eva Starke. Unterstützt wird das Projekt „Pop macht Schule“ von Kooperationspartner BASF. In einem Halbkreis setzten sich zehn Schüler im Informatiksaal um den studentischen Gastdozenten Jonas Piknias herum. Für eine erste Kennenlernrunde erkundigte sich der 26-Jährige nach dem Musikgeschmack seiner Schützlinge: Manche der Jugendlichen haben bereits daheim tontechnisch experimentiert, jedoch ohne größere Fortschritte. Ein Junge spielt Klavier. Und ein anderer Schüler hört klassische Musik und erlesene Sachen wie Louis Armstrong und Frank Sinatra. Außerdem verfolgen viele der Heranwachsenden die Entwicklung der Popcharts. „Ich betreue Bands im Tonstudio. Wir übernachten dann dort auch“, führte Gastdozent Jonas Piknias gut gelaunt aus. „Das Resultat landet dann auf Spotify oder auf einer CD.“

Nächster Workshop-Tag am 15. Mai

Unterdessen machte im benachbarten Musikraum sein Kollege Jesse Safferling als Gesangslehrer im Workshop „Singalong“ mit Schülerinnen einige Dehnübungen zum Aufwärmen, zugunsten der Hals- und Nackenmuskulatur bei offenem Fenster für frische Sauerstoff-Zufuhr. „Je besser unser Hals aufgewärmt und gedehnt ist, desto besser können wir singen“, unterrichtete Gesangslehrer Safferling. Dabei hatten die Mädchen und der 25-jährige Stimmtrainer sichtlich Spaß, die Gruppe lachte herzlich. Im Informatiksaal nebenan durften die Jungen ein synthetisches Elektro-Schlagzeug am Laptop von Gastdozent Jonas Piknias ausprobieren, der auch jene Schüler heranholte, die etwas gehemmt in der zweiten Reihe verharrten. „Wir werden jetzt ein Lied programmieren. Das Wichtigste ist, dass ihr kreativ seid“, betonte der Musikproduzent, der selbst Gitarre und Klavier spielt. Zudem analysierte der 26-Jährige mit seiner Gruppe den Hip-Hop-Song „Look Alive“ der Künstler BlocBoy JB und Drake.

Über das Projekt „Pop macht Schule“ möchte die Popakademie den Zöglingen gleichzeitig Schlüsselqualifikationen wie soziale Kompetenz vermitteln. „Man erreicht nur ein Ziel, wenn man zusammenarbeitet“, erläuterte Professor Axel Schwarz, der künstlerische Leiter dieses Förderprogramms. Am 15. Mai wird die Delegation der Popakademie die ADS erneut für Workshops besuchen.

© Echo Zeitungen GmbH

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