Suche nach zukünftigen Fachkräften

Nick Bickelhaupt (Mitte) wirbtbei den Lampertheimer Schülern vor einer geöffneten Motorhaube für den Beruf des KFZ-Mechatronikers. Foto: Thorsten Gutschalk

ALFRED-DELP-SCHULE Auszubildende informieren über Berufsperspektiven

LAMPERTHEIM – (vdö).   Aufgeklappte Motorhaube, die Türen sperrangelweit geöffnet: Rund um einen nagelneuen VW Golf steht eine Schulklasse, die Schüler blicken neugierig ins Wageninnere und hören gleichzeitig drei jungen Leuten zu. Aleksandra, Ricardo und Nick sind Auszubildende in der Metallindustrie, sie waren in der Alfred-Delp-Schule als Botschafter für ihre Berufe unterwegs.

Auf Initiative des südhessischen Unternehmensverbands Hessenmetall läuft seit fast drei Jahren die Kampagne „Mobil und authentisch“. Sie bringt Informationen rund um die Branche direkt zu den Schülern und machte nun auch in Lampertheim Station. Denn die Schüler werden dringend in der Metallbranche gebraucht – Fachkräftemangel ist hier nicht nur eine Worthülse, gute Kfz- oder Industriemechatroniker, Techniker im Elektronik- oder Informatikbereich und Fachkräfte für Lagerlogistik werden in jedem Ausbildungsjahr gesucht.

Das Auto dient als Brückenbauer

Das Auto ist in diesem Fall der Brückenbauer, die praktische Darstellung der modernen Industrieberufe. Denn heutzutage greifen die Berufsbilder immer verzahnter ineinander, das vielfältige Zusammenspiel der Berufe ist oft kaum zu überblicken. Deshalb dient das Projekt als Orientierung für die Jugendlichen, die schon nach den Sommerferien die ersten Bewerbungen für einen Ausbildungsplatz schreiben werden. An der Alfred-Delp-Schule waren zwei Vorabgangsklassen eingeladen, sich zu informieren. Die Berufsorientierung ist an der Schule fest in den Jahresablauf eingebunden. „Der Bewerbertag und die Berufsinformationsbörse zählen schon zu bewährten Einrichtungen, ein weiterer Baustein ist nun diese Aktion“, sagte Alexander Böhm, stellvertretender Schulleiter. Er brachte die Motivation der Veranstaltung auf den Punkt: Wichtig sei für die Jugendlichen zu sehen, warum sie eigentlich in die Schule gehen und warum es sich lohnt, gute Noten zu haben.

Vor allem der direkte Kontakt mit Auszubildenden könne Wege und Erfahrungen aufzeigen, so Reinhard Pfeifer, der als Ausbildungsleiter bei Dentsply Sirona immer auf der Suche nach motivierten Jugendlichen ist. Er war gemeinsam mit Robert Bopp vor Ort in Lampertheim. Bopp arbeitet ebenfalls in der Ausbildungsabteilung und als Serviceleiter, allerdings bei der J. Wiest und Söhne GmbH – die hatte als Mitglied im Unternehmerverband das Auto als Anschauungsobjekt für die Aktion zur Verfügung gestellt. „Wir gehen unter Umständen auch mehrmals im Jahr an Schulen, um diesen wichtigen Kontakt herzustellen und unsere Ausbildungsberufe vorzustellen“, sagte Pfeifer. Ob und wie viele der angesprochenen Jugendlichen schließlich einen Beruf in der Metallindustrie ergreifen, sei nicht nachvollziehbar.

Lehrer Alexander Böhm hätte gerne mehr kleine Firmen, die sich seinen Schülern präsentieren. Die allerdings könnten es sich oft nicht leisten, einen Mitarbeiter einen ganzen Tag lang an die Schule zu schicken. Es gibt aber eine andere Möglichkeit: Wer will, kann auch nur für eine Stunde kommen – einfach so und zwischendurch sich mit ausgesuchten Schülern ins Gespräch begeben, den einen oder anderen damit vielleicht sogar zu einem Praktikum überzeugen, betonte Böhm.

© Echo Zeitungen GmbH


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