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YOLO Day 2015

Von Tessa Asel-Lieske

ALFRED-DELP-SCHULE Erster Yolo-Day mit Kooperationspartnern

LAMPERTHEIM – Obst und Gemüse sind gesund, andere Dinge weniger, und Sport ist für Körper und Geist wichtig. Das wussten die Schüler der Alfred-Delp-Schule bereits vor ihrem ersten Yolo-Day (You only live once – also lebe gesund), der am Mittwoch in der Lehranstalt stattfand. Doch dass das Thema Gesundheit weitaus vielschichtiger ist und sogar Spaß machen kann, dürfte für viele von ihnen eine neue Erfahrung sein.

So fühlt es sich also an, wenn man Alkohol getrunken hat. Ein Schüler der siebten Klasse kommt gehörig ins Wanken, als er – mit einer sogenannten Rauschbrille auf der Nase – einen Parcours entlangläuft. Ein anderer verzieht angewidert das Gesicht, als er sieht, was mit seinem Körper geschieht, sollte er an einer Zigarette ziehen. Immerhin tun das zwölf Prozent der Siebzehnjährigen täglich, doch erfreulicherweise sei die Zahl im Laufe der letzten Jahre rückläufig, erklärt ein Mitarbeiter der AOK. Im Physiksaal wird verstohlen gekichert, als beim Zahntalk zu hören ist, dass beim Küssen zweier Spangenträger Vorsicht geboten ist. Acht, Neunt- und Zehntklässler erfahren unter anderem im Biologieraum, dass das Thema Drogen in jeder sozialen Schicht vorkommt, und nicht – wie sie vermutet haben – eher in sozial Schwächeren. Einige Räume weiter erheben sich vereinzelt und zaghaft die Arme, als nach dem Anschauen eines Filmes über Blut- und Organspende erneut gefragt wird. Ja, jetzt könne man es sich eher vorstellen, ein Organ zu spenden und somit Leben retten. Während in der Sporthalle und im Musiksaal beim Hip-Hop-, Theraband- und Aerobictraining die Schweißperlen fließen, geht es im Gruppenraum bei Yogaübungen tiefenentspannt zu.



Dass sich gesund und lecker nicht ausschließen, wird von den Schülern der Intensivklassen demonstriert. Ihre Snacks sind schneller verputzt als zubereitet. Ebenso die Häppchen, die von den Landfrauen Claudia Jöst und Karin Kreider gereicht werden. Unter dem Motto „Zu schade für die Tonne“ geben sie Tipps, weniger Nahrungsmittel wegzuwerfen, sondern anhand schmackhafter Rezepte zu verwerten. Auch Marita Billau, Vorsitzende des Bezirkslandfrauenverbandes Heppenheim, ist vor Ort und freut sich, an einer solchen Veranstaltung beteiligt zu sein. „Wir möchten eine Brücke schlagen zwischen Landwirtschaft und Gesundheit und sind froh, wenn wir den Gedanken an normales, ursprüngliches Kochen weitergeben können“, sagt sie. Ungläubiges Kopfschütteln hingegen ist nicht nur von den Schülern am sogenannten Zuckertisch zu sehen. Auch vielen Erwachsenen wird hier deutlich vor Augen geführt, wie viel Zuckerwürfel sich in den gängigen Lebensmitteln verstecken. Da hilft nur eines: ein gesunder, fruchtig-leckerer Cocktail, ohne Alkohol versteht sich von selbst. Gut, dass es den am Stand gegenüber gibt. Während die Kinder und Jugendlichen mit den zahlreichen Informationen, die sie erhalten, beschäftigt sind, bemerken sie nicht, wie eine Handvoll Erwachsener ihnen interessiert über die Schulter schaut: Neben Bürgermeister Gottfried Störmer verbringen Matthias Schimpf, Kreisbeigeordneter und Dezernent für Gesundheit, Verbraucherschutz und Veterinärwesen, Dr. Sabine Güssow, leitende Amtsärztin des Kreisgesundheitsamtes, sowie Reinhild Zolg, Fachbereichsleiterin Zahnärztlicher Dienst, als Vertreter des Hauses der Gesundheit den Vormittag an der Alfred-Delp-Schule. Alle sind davon überzeugt, dass der erste Gesundheitstag, von Schimpf im Vorfeld als „gesunder Rundumschlag“ angekündigt, sein Ziel, gezielte Präventionsarbeit zu leisten, durchaus erreicht hat.

Sowohl die Präventionsbeauftragte Lehrerin Elena Paul als auch Schulleiterin Sylvia Meier können auf ein erfolgreiches Pilotprojekt zurückblicken, das seit Mittwoch einmal jährlich auf dem Stundenplan der Alfred-Delp-Schule steht.

© Verlagsgruppe Rhein Main GmbH & Co. KG – 16. März 2015

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