Wie Gewalt entsteht – und wie man sie eindämmt

Christine Klein, Sonja Niederhöfer, Gottfried Störmer, Diana Stolz und Schulleiterin Sylvia Meier (v.l.) bei der Ausstellungseröffnung.

©  Annalena Vogel (av)

Lampertheim.„Echt fair!“ lautet der Titel einer interaktiven Ausstellung, die im Rahmen der Gewaltprävention bis 23. November im naturwissenschaftlich-technischen Zentrum der Alfred-Delp-Schule (ADS) in Lampertheim stattfindet. Bei der Eröffnung waren neben Bürgermeister Gottfried Störmer auch der Erste Stadtrat Jens Klingler sowie Stadtverordnetenvorsteherin Brigitte Stass und die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz zugegen.

Einige Schülerinnen und Schüler, die das Wahlpflichtfach Kochen belegen, sorgten mit Blätterteig-Schnecken, Spießen und Lachscreme für das leibliche Wohl der Gäste. „Einen Dank, dass sie nicht müde werden, sich dieses schwierigen Themas anzunehmen“, betonte Kreisbeigeordnete Diana Stolz an die Organisatorinnen gewandt.

Die Ausstellung, die unterschiedliche Facetten von Gewalt aufgreift, wurde federführend von der Gleichstellungs- und Frauenbeauftragten Sonja Niederhöfer auf die Beine gestellt. „Gewalt ist vielfältig. Es gibt körperliche und seelische Gewalt“, erklärte Stolz weiter. Die Ausstellung solle Kinder und Jugendliche darüber informieren und ihnen Hilfsmöglichkeiten aufzeigen, die Betroffene nutzen können. Das Angebot richtet sich vor allem an Schülerinnen und Schüler ab der achten Klasse aus den umliegenden Schulen. Dazu zählen neben der ADS das Lessing-Gymnasium, die Elisabeth-Selbert-Schule und das Litauische Gymnasium sowie die Bürstädter Erich Kästner-Schule und die Hofheimer Nibelungenschule.

In der Ausstellung erwarten die Jugendlichen sechs Stationen rund um das Thema Gewalt. Während die erste Station über Formen von Gewalt informiert, befasst sich die zweite mit Konfliktsituationen. Station drei vermittelt den Schülern, wie wichtig es ist, die eigenen Gefühle zu deuten und die des Gegenübers zu respektieren. Im weiteren Verlauf der Ausstellung werden die Besucher mit Rollenbildern konfrontiert, bevor die letzten Stationen über Hilfsangebote informieren und die Rechte von Kindern veranschaulichen.

Schule will aufklären

„Wir möchten, dass unsere Schüler am Ende ihrer Schulzeit aufgeklärt die Schule verlassen. Dazu gehört auch die Prävention“, betonte Schulleiterin Sylvia Meier. Alle Lehrer, die die Ausstellung mit ihren Klassen besuchen seien deshalb in einem Workshop geschult worden, um die Jugendlichen bei ihrem Besuch optimal begleiten zu können. Dieser Position schloss sich Bürgermeister Gottfried Störmer an und erklärte: „Es ist uns wichtig hier in Lampertheim, dass wir die Prävention mittragen.“ Dies sei notwendig, damit es gar nicht erst zu Gewalt komme.

Wie wichtig es aus diesem Grund ist, dass sich die Jugendlichen mit dem Thema zu befassen, betonte auch Christine Klein, die Vorsitzende des Vereins Frauenhaus Bergstraße. „Die Ausstellung macht es möglich, sich mit den einzelnen Stufen der Gewalt auseinanderzusetzen. Es ist wichtig, dass wir gesamtgesellschaftlich arbeiten“, erklärte sie. Da die Ausstellungen nicht nur Schülern vorbehalten ist, gibt es zwei Freitage, an denen sie für die Öffentlichkeit zugänglich ist.

Familien und weitere Interessierte sind am 2. November von 16 bis 18 Uhr sowie am 9. November von 17 bis 19 Uhr eingeladen. Als Begleitprogramm gibt es außerdem einen Fachvortrag zum Thema „Ausmaß und Auswirkungen häuslicher Gewalt auf Kinder und Jugendliche“ von Susanne Heynen, der am Mittwoch 7. November, 18 Uhr, in der Mensa der ADS stattfinden wird.

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