Ein lebenswertes Geschenk von Herzen – oder der Niere

Lampertheim will Organspende in den Fokus rücken / Organspendeausweistafel im Haus am Römer 

Daumen hoch für ein wichtiges Thema: Die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz (3.v.r.) überreiche Bürgermeister Gottfried Störmer (4.v.r.) eine Organspendeausweistafel, die im Rathausservice Ausweise zum mitnehmen bietet – damit sich jeder bewusst für oder gegen eine Organspende entscheiden kann. Foto: Benjamin Kloos

LAMPERTHEIM – Es ist ein sensibles Thema und es sind erschreckende Zahlen, die jährlich anlässlich des Tags der Organspende, der immer am ersten Samstag im Juni stattfindet, veröffentlicht werden. Bundesweit stehen mehr als 10.000 Patienten auf der Warteliste für eine Transplantation. Täglich sterben drei von ihnen, weil kein passenden Organ verfügbar ist.

Die Stadt Lampertheim und der Kreis Bergstraße möchten dieses wichtige Thema verstärkt in den Fokus rücken. Denn es ist ganz einfach, Menschenleben zu retten – mit einer Organspende. Unter dem Motto „Richtig. Wichtig. Lebenswichtig.” überreichte daher die Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernentin Diana Stolz am Dienstag eine Organspendeausweistafel an Bürgermeister Gottfried Störmer – damit ist Lampertheim nach Fürth die zweite Kommune im Kreis mir einer solchen Tafel. „Wir werden diese im Haus am Römer im Bereich des Rathausservice anbringen, damit die Bürger sich dort einen Ausweis mitnehmen können”, betonte Bürgermeister Störmer, der selbst seit mehr als 20 Jahren einen solchen Ausweis mit sich führt. „Ich stelle gerne, wenn es soweit ist, meine Organe zur Verfügung“, so das Stadtoberhaupt.

Auch Diana Stolz rückte die Organspende als lebenswichtiges Thema in den Fokus. „Wir haben einen hohen Aufklärungsbedarf und sind dankbar, dass sich Lampertheim dieses Themas annimmt. Im Moment wird sehr viel über Organspende gesprochen, wichtig ist aber, dass man sich entscheidet, egal wie. Daher spreche ich mich klar für eine Entscheidungspflicht aus, denn man hat auch Verantwortung gegenüber anderen, beispielsweise den Angehörigen. Ich halte es für unverantwortlich, die Entscheidung auf diese abzuwälzen. Daher ist es wichtig, mit der Familie zu reden und dieser mitzuteilen, wie die persönliche Entscheidung aussieht.”

Charlotte Steeg und Saskia Volz von der studentischen Initiative „Arbeitsgemeinschaft Aufklärung Organspende” ergänzten, dass es wichtig ist, einen Organspendeausweis zu besitzen, dass dieser aber nicht gleichbedeutend mit einer Bereitschaft zur Organspende ist, sondern dass man einfach diese wichtige Entscheidung für sich getroffen hat – denn man kann nicht nur wählen, ob und welche Organe man bereit ist zu spenden, sondern auch, ob man eine Spende komplett ablehnt indem man „Nein” ankreuzt. „Uns ist es wichtig, anhand von Fakten und neutral über die Organspende aufzuklären, damit jeder eine Entscheidung treffen kann, mit der er sich wohlgühlt”, so Charlotte Steeg. Denn ein „Nein” ist genauso wichtig wie ein „Ja”, Hauptsache, die Entscheidung wird selbst getroffen und muss nicht von den Angehörigen übernommen werden. Und es müsse auch niemand Angst gaben, dass Organe von Menschen entnommen werden, die nicht wirklich tot sind, ergänzte Dr. Matthias Früh. 

Im Vorfeld der Übergabe der Organspendeausweistafel fand am Dienstag zum vierten Mal ein Aktionstag an der Alfred-Delp-Schule zu diesem Thema statt. „Die Schüler setzen sich deutlich einfacher mit dem Thema auseinander und tragen das Thema auch in ihre Familien”, freute sich Diana Stolz über das Engagement seitens der Schule. „Der Projekttag Organspende trifft unsere Schüler zum richtigen Zeitpunkt, da er an die Abschlussschüler gerichtet ist, die jetzt ihren Kopf für dieses wichtige Thema frei haben”, so der stellvertretende Schulleiter der ADS, Alexander Böhm.

Unter anderem wurden die ADS-Schüler neben der „Arbeitsgemeinschaft Aufklärung Organspende”  auch durch das Jugendrotkreuz sowie durch Transplantationspatient Uwe Korst informiert. Dieser konnte dabei nicht nur beeindruckende Erfahrungsberichte eines direkt Betroffenen vermitteln, sondern auch aus seiner Tätigkeit als Vertreter für chronisch Nierenkranke berichten. In diesem Zusammenhang erfuhren die Schüler, dass man sich bereits mit 14 Jahren verbindlich gegen und mit 16 Jahren für eine Organspende aussprechen kann – und natürlich, wie wichtig es für jeden Einzelnen ist, sich aktiv für oder gegen eine Organspende zu entscheiden. Benjamin Kloos

© 2019 TIP-Verlag Lampertheim

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