Eine ganze Palette an Berufen

Die Frage, ob er "Polizei hat" braucht Einstellungsberater Frank Dingeldey (rechts) nicht mehr zu beantworten - er ist schließlich Hauptkommissar. Foto: Torsten Gutschalk

Die Frage, ob er „Polizei hat“ braucht Einstellungsberater Frank Dingeldey (rechts) nicht mehr zu beantworten – er ist schließlich Hauptkommissar. Foto: Torsten Gutschalk

Von Uwe Dietrich

DELP-SCHULE Über 400 Schüler nehmen an Info-Börse teil / Spärlicher Besuch der Elternschaft

LAMPERTHEIM – Sie ist eine wahre Erfolgsstory – die am vergangenen Samstag vom Rotary-Club bereits zum 25. Mal veranstaltete Berufsinformationsbörse für Haupt- und Realschüler in der Alfred-Delp-Schule (ADS). Seit 9 Uhr morgens herrschte auf den Fluren und in den Schulsälen geschäftiger Betrieb; für die Klassen 8 bis 10 war der Besuch als eine Pflichtveranstaltung angesetzt. So tummelten sich bis in die Mittagszeit hinein mehr als 400 Schüler und außerhalb des Schulgebäudes, um frühzeitig durch das Sammeln von Informationen und Kontakten bessere Perspektiven für das künftig Berufs- oder auch das weitere Schulleben zu erhalten.

Umfeld stark vom Mittelstand geprägt

„Gerade das vom Mittelstand geprägte Umfeld von Lampertheim ist auf Auszubildende angewiesen und nutzt deshalb die in der Region einzigartige Berufsinformationsbörse, um Kontakte zu potenziellen Lehrlingen und Praktikanten zu knüpfen“, stellte der Lampertheimer Rotarierpräsident Hans Jürgen Brems beim Rundgang fest. Bei der silbernen Jubiläumsveranstaltung war auch ein deutlich angestiegenes Interesse aus den Reihen der Ausbildungsbetriebe festzustellen. An 31 Informationsständen war eine breite Angebotspalette vom Malerbetrieb, über Autohaus, Bundeswehr und Polizei, bis hin zu Banken und Krankenkassen vertreten. Erstmals waren auch zwei Betriebe aus Frankenthal und Bensheim mit dabei.

Die Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main tritt dabei als Bildungsträger auf, der verschiedene Lehrgänge zur beruflichen Eingliederung anbietet. Dies geschieht mit viel Manpower in multiprofessionellen Teams mit Ausbildern, Lehrkräften und Sozialpädagogen. Michael Moser aus der Außenstelle Lampertheim des Berufsbildungs- und Technologiezentrums Bensheim will junge Menschen auf ihrem Weg in die Arbeitswelt unterstützen und bietet dafür im Auftrag der Agentur für Arbeit in Lampertheim einen Lehrgang „Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme“ (BvB) an. Interessenten müssen sich nach Erfüllung der Vollschulzeitpflicht bei der Agentur für Arbeit in Bensheim „Ausbildungssuchend“ melden und werden dann dem Bildungsträger in Lampertheim zugewiesen. Ziel ist es, bei der Berufswahl zu unterstützen und bei der Suche nach einer Ausbildungsstelle zu helfen.

Der Handwerkskammer kommt dabei zupass, dass sie ein Netzwerk mit dem Handwerk aufgebaut hat, das Praktika anbietet und mögliche Fertigkeiten bei den Nutzern erkundet. Zwei praktische Beispiele wurden bei der Ausbildungsbörse dazu präsentiert: Der Lampertheimer Dilon Zintel wird in einem Kfz-Betrieb, der Nordheimer Lukas Walter in einem Lackierbetrieb ein erstes Praktikum antreten, das je nach Interesse oder auch Eignung in einem Ausbildungsplatz münden könnte. Stolz ist der stellvertretende ADS-Schulleiter Alexander Böhm auf das Alleinstellungsmerkmal, das seine Schule seit 25 Jahren mit der Berufsbildungsbörse inne habe. Unzufrieden sei er allerdings mit dem sehr spärlichen Besuch aus dem Bereich der Elternschaft, die auch eingeladen war.

Zum Abschluss waren alle Akteure dann noch zu einem Jubiläums-Umtrunk und einem Gedankenaustausch unter der Leitung von Ronald Jäckel von der IHK Darmstadt Rhein-Main-Neckar eingeladen; Themen dabei waren die kommenden Demografieprobleme auch bei der Gewinnung von Auszubildenden und die Frage an die Arbeitgeber, wie sie dieses Problem in Angriff nehmen wollen.

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