Im Zeichen der Toleranz

SCHULFEST – Internationale Feier der Alfred-Delp-Schule

Schulfest 2016-2

Zum Schulfest gehörte auch ein gut bestückter Bücherflohmarkt. Foto: Thorsten Gutschalk

 

LAMPERTHEIM – (wa). Dass man „Zähne putzen“ auf Dari, dem afghanischen Persisch, „dandan schostan“ ausspricht, und dass man sich in Italien am Morgen mit „bongiorno“ begrüßt, konnte man vergangenen Samstag beim Schulfest der Alfred-Delp-Schule lernen. Unter dem Motto „International feiern“ wurden gemeinsam bei strahlendem Sonnenschein die verschiedensten Kulturen dieser Welt zelebriert.

„Jede Klasse hat einen Aktionsstand zu einem anderen Land“, so Schulleiterin Sylvia Meier. Beispielsweise konnte man an einem Stand englisches Soft-Dart spielen, an einem anderen italienische Kräuter erkunden oder beim kulturellen Quiz sein Länderwissen unter Beweis stellen. Sogar ein Henna-Tattoo konnte man sich gestalten lassen, Tischfußball spielen oder beim internationalen Glücksrad sein Glück versuchen. Ein 14-jähriger Schüler bot einen Polnisch-Expresskurs an.

Viele Nationen vertreten

Eine interessante Besonderheit gab es zudem: „Wir haben aus unserer Datenbank die Nationalitäten aller Schüler herausgesucht“, berichtete Meier, „dabei waren einige ganz überrascht, dass wir sogar jemanden aus Kirgisien an der Schule haben.“

Von insgesamt 691 Schülern kommen laut dieser Statistik 517, also der Großteil, aus Deutschland. Unter den restlichen finden sich die unterschiedlichsten Nationen, von Afghanistan bis Ungarn. Auch einige Lehrernamen lassen auf ein internationales Kollegium schließen.

Im Schulhof war ein Flohmarkt anzutreffen, dessen Einnahmen an den LIMA-Verein gingen, mit dessen Entstehung die Schule eng verbunden ist. Lehrer und Schüler verkauften dort eigene gespendete Bücher und Spielsachen, während gleichzeitig ehemalige Lehrer ebenfalls für den Verein auf dem Lampertheimer Wochenmarkt aktiv waren. „In Peru wurde mit Hilfe des Vereins eine Schule aufgebaut“, erläuterte die Schulleiterin, die Deutsch, Englisch und Biologie unterrichtet, „dort gibt es ein besonderes Armutsviertel, dem wir helfen wollten“. Die ausschließlich über Spenden finanzierte Schule beinhalte auch eine Kinderküche.“ Seit über 20 Jahren existiert der LIMA-Verein nun schon.

Auch Teile der Erlöse des Schulfests sollten an diesem Tag dem Verein zugutekommen und zudem zweckgebunden an den Förderverein gehen. Bei Sanierung des Schulhofes wird geplant, unter anderem Sportgeräte und Sitzgelegenheiten damit anzuschaffen. Beim Schulfest war der Förderverein mit einem Hot-Dog-Stand vertreten.

An Programm mangelte es dem Fest nicht. Morgens wurden zunächst alle auf dem Hof mehrsprachig begrüßt. Später starteten internationale Liedbeiträge auf der Bühne und in der Mensa, Tänze sowie ein Flötenbeitrag. Sogar ein persischer Rap, bei dem der Schüler Kritik an Afghanistan übte, wurde vorgetragen. Mittags luden die Lehrer mit einem gemeinsamen Tanz, dem türkischen Halay, zum Mitmachen ein.

Zudem konnten verschiedenste Ausstellungen zum Thema Lima, landestypischer Kleidung oder 1001 Nacht angeschaut werden. Im „Worldwideclassroom“ konnte man sich Infos zu verschiedenen Ländern wie Kroatien, Russland, Pakistan oder der Türkei einholen und erste Vokabeln lernen.

Kulinarisch wurde jeder fündig. Es gab alkoholfreie Cocktails, Fingerfood und Süßspeisen verschiedener Länder, Smoothies und eine Grillstation. Sandwiches, Donuts und Popcorn konnte man am Stand der USA genießen, Dips und Chili bei Mexiko, Erdnusseintopf und Fladenbrot bei Afrika, Börek und Tee am Stand der Türkei.

„Heute wird auch unsere neue Schülerzeitung verkauft, die zweimal im Jahr erscheint“, erzählte Sylvia Meier. Für einen Euro konnte man Steckbriefe der neuen Lehrer, Rezepte aus aller Welt oder Aktuelles über Sport und Gesundheit lesen. Einmal pro Woche treffe sich die AG, um nach Themen zu suchen.

In der jetzigen Ausgabe findet man außerdem Interviews mit den sogenannten „Intensivkindern.“ „Das sind diejenigen, die mit ihren Eltern nach Deutschland gekommen sind und Deutsch lernen mussten“, erläuterte Meier. Vier Klassen solcher Kinder gebe es an der Alfred-Delp-Schule. „Viele integrieren sich super schnell und lernen die Sprache innerhalb von Monaten“, berichtete sie stolz.

Das Schulfest stand also ganz im Sinne der kulturellen Verschiedenheit, der Toleranz und der Internationalität, und der Tag zeigte schließlich, wie gut sich die Nationalitäten ergänzen.

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