Jugendliche machen seltener eine Lehre

25. Berufsinformationsbörse an der Alfred-Delp-Schule / Interesse an großen Firmen, Kindertagesstätten, Pflege und Polizei

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Die Zehntklässlerinnen Lisa Wawer, Mary-Sue Bernattek-Goetz und Laura Volz informierten sich bei Frank Dingeldey über die Arbeit bei der Polizei. © roi

Lampertheim. „Wir freuen uns auf Deine Bewerbung“, steht auf dem Werbematerial. Verschiedene Berufsbilder mit ihren Ausbildungsinhalten und Anforderungen finden die Schüler auf bunten Flyern. Leibhaftige Auszubildende wie Michael Täubert (Zerspanungsmechaniker) und Maschinenbau-Student Jens Schmitt sind zur Berufsinformationsbörse der Alfred-Delp-Schule (ADS) gekommen, um den Schülern Rede und Antwort zu stehen.

„Es ist die 25. Jubiläums-Börse“, erklärt Hans-Jürgen Brems, der Präsident des Rotary-Clubs Lampertheim. Der Service-Club unterstützt die Berufsinformationsbörse. Er hatte Betriebe unterschiedlichster Berufssparten ermuntert, ihre Ausbildungsangebote während der Infoveranstaltung den Schülern und Eltern zu präsentieren. 31 Firmen oder Institutionen sind diesmal dabei.

Für die Real- und Hauptschüler sei es wichtig, sich frühzeitig mit Ausbildungsmöglichkeiten zu beschäftigen, bekräftigt Brems. Immer weniger junge Leute würden eine Ausbildung beginnen. Dem wolle der Rotary-Club entgegenwirken. „Die teilnehmenden Firmen haben sich gut vorbereitet und auch praktische Arbeiten, entsprechend den Berufsbildern, mitgebracht“, lobt Clubmeisterin Claudia Schlappner. Die am häufigsten gestellten Fragen seien die nach der Ausbildungsdauer und nach Aufstiegsmöglichkeiten.

„Es ist eine Pflichtveranstaltung für die Schüler der Klassen acht bis zehn“, erklärt der stellvertretende Schulleiter Alexander Böhm. Er bedauert: „Es kommen sehr wenige Eltern mit. Wir möchten die Eltern mehr ins Boot holen.“ Laura Volz, Mary-Sue Bernattek-Götz und Lisa Wawer, alle aus Klasse zehn, sind wissbegierig. Sie informieren sich beim Einstellungsberater der Hessischen Polizei, Frank Dingeldey, über den Polizeiberuf und die Einstellungstests. Dingeldey empfiehlt den Mädchen, nach dem Abschluss an der ADS die Elisabeth-Selbert-Schule (Fachoberschule) zu besuchen und später ein Praktikum zu absolvieren. Er erwähnt außerdem, dass die Hessische Polizei demnächst doppelt so viel Personal wie in den Vorjahren einstelle.

Laura Wickenhäuser kann sich eine Ausbildung im kaufmännischen Bereich vorstellen. Deshalb informiert sie sich bei Energieried. Heike Roos, Leiterin der Kindertagesstätte Rosenstock, berichtet, dass Mädchen und Jungen nach Praktikumsplätzen gefragt hätten. Umlagert sind auch die Infostände von großen Unternehmen wie BASF oder Fiege Logistik.

Gärtnermeister und Ausbilder bei der Stadt Lampertheim, Thomas Schramm, hat mit Landschaftsgärtnerin Annetta Back im Flur der Schule eine Trockenmauer errichtet. „Für den Gärtnerberuf interessieren sich wenige“, bedauert Schramm. Auch das Diakonische Werk Bergstraße ist vertreten. Tatjana Maier-Borst bietet Hilfe in der offenen Sprechstunde an. Jeannette Bischer von der Schulleitung der Altenpflegeschule Bergstraße beantwortet Fragen nach den Anforderungen in der Pflege. „Bei uns an der Einrichtung wird Lernunterstützung angeboten“, ermutigt sie auch Hauptschüler und Schüler mit Migrationshintergrund. „Die Noten sind nicht das alleinige Kriterium“, betont Bischer. roi

© Südhessen Morgen, Montag, 10.10.2016

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