Jugendliche schnuppern in den Kita-Alltag

 

Der Jungen-Zukunftstag, Boys‘ Day genannt, zeigt sich in Lampertheim auf dem Vormarsch. Neun Jungs hatten sich gemeldet, um Berufe, die sonst hauptsächlich von Frauen ausgeübt werden, kennenzulernen – wie zum Beispiel der des Erziehers in einer Kindertagesstätte. Aber nur drei Mädchen nahmen gestern in Lampertheim am Girls‘ Day teil.

„Es ist ein bundesweiter Berufsorientierungstag für Mädchen und Jungen“, erklärte Sonja Niederhöfer, die Frauen- und Gleichstellenbeauftragte. Dass sich in Lampertheim so wenige Mädchen beteiligten, hat sie dann aber doch erstaunt. Der Aktionstag diene zur Berufsorientierung und sollte ursprünglich Schülerinnen in typische Männerberufe hineinschnuppern lassen. In den vergangenen Jahren konnte Niederhöfer stets 20 bis 30 interessierte Mädchen begrüßen. Besonders die Handwerksberufe standen hoch im Kurs wie die Berufsbilder Schreiner, Automechaniker, Gartenbau und Fachangestellte für Bäderbetriebe. In diesem Jahr hingegen meldeten sich die drei Mädchen für die Kindertagesstätten an.

„Wir machen mit“, sagte Melanie Reipa, die Leiterin der Kinderkrippe Zauberwald. Gleich am Eingang hatte sie ein Willkommensplakat aufgestellt, mit dem die drei Jungs Baris Bagci, Maximilian Miller und Lukas Wecht begrüßt wurden. „Wir wünschen den Boys viele schöne Eindrücke im Berufsfeld Erzieher und ganz viel Spaß mit unseren Krippenkindern“, betonten die Lampertheimer Erzieherinnen.

Spiele und Bilderbücher

Baris Bagci besucht die Alfred-Delp-Schule (ADS). An diesem besonderen Tag verbrachte er die Vormittagsstunden in der Marienkäfergruppe der Kinderkrippe. „Die Arbeit gefällt mir. Sie macht mir Spaß“, erklärte der Siebtklässler. Er habe den Erzieherinnen bei den Frühstückvorbereitungen geholfen. Später ging es mit der Gruppe hinaus in den Garten. Im Freien wurde gespielt und auf dem Spielplatz wurde gerutscht. Wieder zurück im Gruppenzimmer, schaute sich der junge Mann mit den Kleinen Bücher an. Kurz vorm Mittagessen vollführten die Erzieherinnen gemeinsam mit den Kindern ein Fingerspiel, gefolgt vom Tischspruch „Piep, piep Mäuschen“, der ein Ritual bei Tische sei.

In der Schmetterlingsgruppe packte Lukas Wecht zu und in der Libellengruppe Maximilian Miller. „Ich bin das erste Mal beim Boys‘ Day dabei“, berichtete der 14-Jährige. Der ADS-Schüler baute mit den Krippenkindern mit Holzklötzen Häuser und spielte später mit ihnen im Turnraum Ball. Auch wenn ihm die Arbeit mit den Kleinen Freude bereite, so schmiede er für die Zukunft andere Pläne. Ihm schwebe ein Beruf in der Autoindustrie vor, sagte er auf Nachfrage des „Südhessen Morgen“.

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