Meier: „Ein Jahrgang für die Geschichtsbücher“

Alfred-Delp-Schule 120 Absolventen der Haupt- und Realschule erhalten ihre Zeugnisse in Kleingruppen in der Mensa

Klassenlehrerin Sabine Bruch und Konrektor Alexander Böhm übergeben Cynthia-Clara Hojdem ihr Abschlusszeugnis. © Kevin Schollmaier

Autor: Kevin Schollmaier

Lampertheim. Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Am Freitag hat die Alfred-Delp-Schule 120 Absolventen verabschiedet. Eigentlich ein feierlicher Moment mit Zeremonie und großer Fete. Statt die Übergabe wegen Corona komplett ausfallen zu lassen, bescherten Rektorin Sylvia Meier und ihr Stellvertreter Alexander Böhm den Schülern in der Mensa einen besonderen, weil sehr persönlichen Augenblick der Freude. In Gruppen von drei Schülern und Familienangehörigen erhielten sie dort ihre Zeugnisse.

Auf die Leistungen selbst hatte der Corona-bedingt ausgefallene Unterricht und die geschlossene Schule indes offenbar keine Auswirkungen. „In Sachen Anzahl und Güte der Abschlüsse konnten wir keine negativen Veränderungen feststellen“, erklärte Konrektor Böhm. Stattdessen seien „viele sehr gute Noten“ dabei. Vielleicht, so vermutete der Lehrer in seiner kurzen Rede, hätten das frühe Unterrichtsende und die Verschiebung der Klausuren um zwei Wochen bei manchem sogar eine stärkere Fokussierung bewirkt.

So oder so, betonte Schulleiterin Sylvia Meier, sei der Abschluss-Jahrgang 2020 „einer für die Geschichtsbücher“. Schließlich habe seit Jahrzehnten keine Schülergeneration mehr mit solcher Ungewissheit und mit kurzfristigen Veränderungen umgehen müssen. „Das kann man in solch einer ohnehin schon angespannten Lebenssituation nun wirklich nicht gebrauchen“, sagte Meier. Sonderlob gab es aber nicht nur für die Schüler, die auch auf ihre Abschlussfahrt verzichten mussten. Eine Mutter ergriff bei der Übergabe kurzerhand das Wort und bedankte sich bei den Verantwortlichen der Haupt- und Realschule für die gute Informationspolitik und den strukturierten Ablauf während der Schließung. „Anderswo“, so die Mutter unter Berufung auf Arbeitskollegen, ist das viel chaotischer gelaufen“.

Neben der Vorbereitung gelang der Alfred-Delp-Schule auch ein schöner Schlusspunkt für die Absolventen. An drei Stehtische verteilt, geschmückt mit weißen Rosen und goldenen ADS-Lettern, erhielten sie in der Mensa das wichtigste Dokument ihrer bisherigen Schullaufbahn. Dort schloss sich für die Schüler ein Kreis: Zum damaligen Fußball-WM-Song „Auf uns“ von Andreas Bourani waren sie schon vor sechs Jahren in die Mensa eingelaufen und eingeschult worden. Nun weckte das Lied längst vergessene Erinnerungen – gemäß der Liedzeilen – „an Tage, die hinter uns liegen“ voll Freude und Tränen. Gleichzeitig stießen die Schüler aber auch an auf „das, was vor uns liegt“. Auch wenn es ein vergleichsweise geräuschloser Abschluss ist, so war es für die Schüler am Ende dennoch ein besonderer Moment. Ihren goldenen Augenblick ließen sie sich von Abstands- und Hygieneregeln nicht kaputtmachen. In kleiner Runde fielen auch spontane Danksagungen an Lehrer einfacher als vor versammelter Schulgemeinde.

Abschlussjahrgang 2020

Die Klassenbesten des Abschlussjahrgangs 2020 sind: Angelina Krause, Noah Hannawald, Natalie Dubina, Albert Sadiku, Cora Hamm, Dion Kreher und Jonas Dempewolf.

Sie erhielten Buchgutscheine des Rotary-Club . ksm

 

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