Schüler blicken in Berufswelten

Info-Truck der Metall- und Elektroindustrie gastiert an der Alfred-Delp-Schule. Trend geht Richtung Ausbildung.

Von Marco Partner

LAMPERTHEIM – Wuchtig steht er da. „Deine Chance“ steht in großen Lettern auf dem Truck geschrieben, der derzeit mitten auf dem Innenhof der Alfred-Delp-Schule parkt. Von außen blicken die Schüler neugierig auf den monströsen Lastwagen, der mit seinen verschiebbaren Wänden, Glastüren und Metallstufen ein wenig so wirkt, als könnte er auch auf einem Volksfest Station machen.

Im Inneren wartet aber kein Gruselkabinett, sondern ein praxisnaher und unterhaltsamer Berufe-Parcours der Metall- und Elektroindustrie, bei welchem die Schüler aus den Klassenstufen 8 bis 10 selbst Hand anlegen und sich als Mechatroniker oder Zerspanungsmechaniker ausprobieren dürfen. In Miniaturformat wird veranschaulicht, welche Elektronik eigentlich in einen Fahrstuhl eingebaut und in Gang gesetzt werden muss. An anderer Stelle dürfen die Jugendlichen eine elektropneumatische Verpackungsanlage bedienen. Gekonnt werden kleine Deckel auf Dosen platziert, die über ein Mini-Fließband rollen. „Vom Nutella-Glas bis zur Make-up-Dose kommt diese Technik zum Einsatz“, erklärt Mike Bayerl vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall.

Bundesweit touren 30 Mitarbeiter mit ihren Trucks durch Deutschlands Schulen, um mögliche Nachwuchskräfte für ihre Branche zu begeistern. „Das meiste unserer Berufe läuft hinter verschlossenen Türen ab. Was ein Polizist oder Rechtsanwalt macht, das können sich die Schüler so ungefähr herleiten. Aber ich habe noch keinen Elektroniker in der Hauptrolle einer Serie gesehen. Was eigentlich schade ist“, findet Kollege Michael Hoeffer, der die Schul-Kids mit seiner unkonventionellen Art schnell packt.

SEIT 1988 AUF TOUR

Die mobile Berufsinformation der Metall- und Elektro-Industrie existiert seit 1988. Als Gelenkbus gestartet, ist man seit 2014 mit dem hochmodernen „M+E“-Info-Truck unterwegs. Infos gibt es unter www.meberufe.info. (mpr)

Denn von der Gabel über die Playstation bis zum BMW stammen die meisten Alltagsprodukte und auch Prestigeobjekte eben aus der Metall- und Elektroindustrie. Doch wie in anderen Handwerkerberufen mangelt es an Nachwuchs. „Deshalb wollen wir Interesse wecken und unsere Arbeitswelt veranschaulichen. Und wenn jemand danach weiß, dass es nichts für ihn ist, ist das auch schon viel wert. Auch die Firmen freuen sich über passgenaue Bewerbungen“, betont Hoeffer. Eine reine Männerwelt sei die Metallbranche schon lange nicht mehr. Gerade bei Automobilkonzernen treffe man immer häufiger weibliche Auszubildende an.

Den Schülern eine klare Vorstellung zu vermitteln, wie das Berufsleben nach der Schule aussehen kann: das ist auch das Anliegen des stellvertretenden Schulleiters. „Aktuell ist Trend, dass es bei uns wieder verstärkt in Richtung Ausbildung statt weiterführender Schule geht“, verrät Alexander Böhm, der den Metall-Truck alle zwei Jahre bucht.

Mit Bewerbungstagen, der Berufsjobbörse am 21. September, dem Besuch von Job-Messen sowie dem Austausch mit Handwerkern und der Chemie-Branche versucht man, möglichst viele Sparten abzudecken. „Am Ende kreist sich alles um die Frage: Wie geht es weiter? Darauf sollen die Schüler vorbereitet sein. Insofern ist der Truck auch eine symbolische Kiste“, so Böhm.

Die Vielfalt ist immens: Auf zwei Etagen können die Schüler in die Rolle von IT-Spezialisten schlüpfen, selbst austesten, wie ein Wechselschalter funktioniert und sich auf eine virtuelle Reise durch die moderne Industrie-Arbeitswelt begeben. „Habt ihr noch keine Fräsmaschine gesehen?“, fragt ein Schüler erstaunt, als es zum nächsten Arbeitsgerät geht. Und die anderen blicken ihn ebenso verdutzt an. „Ne, woher denn“, schallt es zurück.

Eine Situation, die Bayerl häufig erlebt. „Die unterschiedlichen Vorkenntnisse sind enorm. Es hat eben nicht jeder Opa eine CNC-Maschine zu Hause“, weiß er. Und macht aber auch eine wichtige Gemeinsamkeit aus: „Viele träumen von einem bestimmten Beruf, weil sie glauben, damit viel Geld zu verdienen. Der Spaß, die Arbeitszeit, die Zeit für Familie, Freunde und Hobbys sind aber auch sehr wichtig.“ Eine Erkenntnis, die jeder Schüler und jede Schülerin mit aus dem Truck nehmen kann. Egal, ob man später Rechtsanwalt, Polizist, Frisör oder tatsächlich Mechatroniker werden will.

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