Vorbereitung auf das reale Leben in Lampertheim

Gemeinsame Projektwoche von drei Lampertheimer Schulen bringt Jugendlichen neue Erkenntnisse.

Von vdö
 
 
LAMPERTHEIM – Daumen hoch für das Projekt der Kooperation Lampertheim: In der vergangenen Woche hatten für die Achtklässler der Alfred-Delp-Schule (ADS), der Biedensand- und der Nibelungenschule drei Projekttage stattgefunden, nun durften die Schüler zeigen, was sie von der Sache halten. Nach rechts und nach links zum Nachbarn geschaut, den Daumen erst lässig nach unten, dann aber doch klar nach oben gestreckt – die Meinung war deutlich: Die Workshops unter dem Motto „Respekt“ waren eine Abwechslung und lehrreich gewesen.
Seit 1987 veranstaltet die Kooperation Lampertheim die Projekttage. Der organisatorische Zusammenschluss von Hilfseinrichtungen für Jugendliche unter der Federführung der Stadtverwaltung richtet sich direkt an Haupt- und Realschüler. Ahmed war gemeinsam mit Klassenkameraden bei der Polizei gewesen, hatte sich außerdem über die Jugendgerichtshilfe informieren können. „Das hat Spaß gemacht, wir haben diese kalten Zellen gesehen und uns wurde erklärt, wie Fingerabdrücke genommen werden“, sagte er vor seinen Mitschülern. Die Achtklässler hatten sich extra in der Mensa versammelt und einen Stuhlkreis gebildet. Erst zögerlich, dann aber doch erzählten sie von ihren Erfahrungen.
 
 
Auf die W-Fragen sollten sie achten, hatte ihnen Eva Starke noch vor Beginn der Reflexionsrunde eingebläut. Sie ist eine der beiden Klassenlehrerinnen, die in der vergangenen Woche ebenfalls viel dazugelernt hat: „Neu war für mich nicht nur, dass das Diakonische Werk eine Sprechstunde für Berufsberatung extra für Jugendliche anbietet, sondern auch, dass ich mit einer Klasse einmal zu einer Gerichtsverhandlung gehen kann“, sagte sie.
Die Erfahrungen waren breit gestreut: John etwa war bei der Schuldnerberatung der Arbeiterwohlfahrt gewesen und hatte die Jugend- und Suchtberatung Prisma kennengelernt. „Ich hatte nicht gewusst, dass es einen Unterschied zwischen Kalt- und Warmmiete gibt, das ist aber wichtig“, sagte er. Sein Mitschüler Elias erklärt: „Wir mussten durchrechnen, wie wir mit unserem Geld klarkommen würden.“ Bei einem Lehrgeld von 750 Euro blieben mit allen Verträgen und Verpflichtungen nur 92 Euro im Monat für sich selbst übrig – „das finde ich sehr wenig“, sagte er.
Die Aktion funktionierte auf verschiedenen Ebenen: Manche Gruppe war zunächst in einer Kletterhalle gewesen, bevor sie gemeinsam Themen erarbeitet hatte. „Dort lernen die Jugendlichen über ihren eigenen Schatten zu springen, sich selbst etwas zuzutrauen und auch Vertrauen in andere zu setzen“, erklärte Silke Reis, Mitarbeiterin im Fachbereich Bildung, Kultur und Ehrenamt der Stadt Lampertheim und für die Organisation der drei Tage zuständig.
 
© Echo Zeitungen GmbH, 06.02.2020
 

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