Wissen, wo Hilfe im Ernstfall zu holen ist

REALSCHULTAG „Kooperation Lampertheim“ informiert Jugendliche zum zwölften Mal über Angebote vor Ort

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Von allen beteiligten Einrichtungen durften sich die Schüler zunächst einen Überblick verschaffen, dann ging es ab in die Gruppen. Foto: Thorsten Gutschalk

LAMPERTHEIM – Für Schüler der Jahrgangsstufe 8 wird es allmählich ernst: Bald gilt es, sich beruflich zu orientieren und den Lebensabschnitt „Schule“ hinter sich zu lassen. Eine Situation, die sich durchaus auch problematisch gestalten kann. Die schulische Qualifikation überzeugt nicht immer mit Bestleistungen. Probleme kann es auch im Privaten geben, und der Lehrstellenmarkt ist angespannt. Eine Inanspruchnahme von Jugendhilfeeinrichtungen kann sich da manchmal als sehr sinnvoll erweisen.

Aktive Auseinandersetzung mit Problemfeldern

Wie groß das Angebot dieser Einrichtungen ist, davon durften sich am Dienstag die Achtklässler des Realschulzweigs der Alfred-Delp-Schule überzeugen. Zum zwölften Mal veranstaltete die „Kooperation Lampertheim“ dort den so genannten Realschultag, bei dem die Jugendlichen die verschiedenen Hilfeeinrichtungen ihrer Heimatstadt kennenlernen und durch aktive Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Problemfeldern einen eigenen Standpunkt finden konnten.

„Durch den persönlichen Kontakt mit den einzelnen Mitarbeitern sollen Schwellenängste und Vorurteile gegenüber den Institutionen abgebaut und die Inanspruchnahme erleichtert werden“, betonten Manfred Scholz und Silke Reis (Jugendförderung), als sie die Schüler in der Zehntscheune begrüßten. Zunächst verschafften sich diese einen Überblick über alle vertretenen Institutionen, später ging es gruppenweise zu jeweils einer Einrichtung.

Tatjana Maier-Borst von der Jugendberufshilfe des Diakonischen Werks erklärte den Schülern beispielsweise ihre Funktion. „Wir sind eine Beratungsstelle und unterstützen in der Berufsfindung“, betonte sie. Dazu gehörten beispielsweise das Erkennen der eigenen Stärken, das Finden eines passenden Berufs, das Schreiben einer Bewerbung und das Überzeugen in einem Vorstellungsgespräch. „Es gibt einiges zu tun, bis man den richtigen Beruf gefunden hat“, bemerkte sie.

Jürgen Polom von der Jugendgerichtshilfe informierte die Schüler ebenfalls über seine Tätigkeit. „Ich helfe jungen Leuten, die mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sind“, erläuterte er. Bei einem Besuch in der Lampertheimer Außenstelle wolle er den Jugendlichen zeigen, wie schnell man mit dem Gesetz in Konflikt kommen kann, ohne dass man das vielleicht möchte, welche Straftaten es gibt und wie man dafür bestraft wird.

Bei Konflikten unter Jugendlichen oder innerhalb der Familien schafft die Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche Abhilfe. „Ihr könnt bei uns einen Termin vereinbaren, dann suchen wir gemeinsam nach Lösungen“, erklärte Tanja Leonhardt, die betonte, dass das Angebot kostenfrei sei und die Mitarbeiter unter Schweigepflicht stünden.

Zum bewussten Umgang mit Suchtmitteln regten unterdessen die Mitarbeiter der AWO Jugend- und Suchtberatung „Prisma“ an. „Wir gehen verschiedenen Fragen nach, unter anderem der, wie viele Stunden man täglich vor dem Computer verbringt“, betonte Michael Niedermayr. Sechs Stunden seien da eine bedenkliche Zahl.

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