Zukunftswerkstatt

Die Alfred-Delp-Schule Lampertheim hat nun auch eine Zukunftswerkstatt. Das Grußwort bei der Eröffnung übernahm dabei Christian Engelhardt (Landrat des Kreises Bergstraße). Hier ist er sichtlich amüsiert bei einer „Lego Mindstorms“-Vorführung.

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Schüler der Alfred-Delp-Schule erklären Landrat Engelhardt (Mitte), wie der ausparkende Lego-Roboter funktioniert.
Foto: AfP Asel

Roboter als Orientierung

ALFRED-DELP-SCHULE In der Zukunftswerkstatt können Schüler in mögliche Berufe schnuppern

Von Marco Partner

LAMPERTHEIM – Am Ende darf Christian Engelhardt selbst Hand anlegen. Mit einer grünen Karte, die der Landrat vorsichtig vor ein Lego-Fahrzeug hält, setzt er das kleine Gefährt in Bewegung, mit einer roten bringt ein Schüler Selbiges wieder zum Stillstand. Dann präsentiert ein anderer Schüler ein weißes Mobil, das geschickt ausparken kann, ohne dabei andere Fahrzeuge zu berühren. Seit einigen Wochen nehmen Zehntklässler der Alfred-Delp-Schule (ADS) an dem Kurs Robotertechnik teil und lernen etwas über Konstruktion und Informatik. Zum Einsatz kommt dabei das Lego-Mindstorms, programmierbare Legosteine, die mit Elektromotoren, Sensoren und weiteren technischen Feinheiten ausgestattet sind. „Die Schüler können sich ausprobieren, experimentieren und schnell feststellen, ob etwas funktioniert oder nicht“, sagt Thomas Bährer. Der Lehrer für Elektrotechnik ist eigentlich an der benachbarten Elisabeth-Selbert-Schule angestellt, einmal die Woche aber leitet er nun die besondere AG, bei der sich Schüler der ADS für das Wunder der Technik begeistern können. Möglich ist das durch die Zukunftswerkstatt, eine Initiative der IHK, die seit neuestem auch an der ADS vorzufinden ist.

Ganz neu und noch unbenutzt wirken diese Räumlichkeiten der Haupt- und Realschule. Glasvitrinen, aber auch Computer stehen an der Wand, ein großer Konferenztisch mit bequemen Stühlen thront in der Mitte. Berufsorientierungsraum nennt der stellvertretende Schulleiter Alexander Böhm das Zimmer, denn genau dazu soll die Zukunftswerkstatt dienen. Ein erstes Einfühlen für die Schüler, wie ihr Berufsleben später einmal aussehen könnte, eine Möglichkeit, früh die eigenen Talente zu entdecken und zu fördern. „Wir möchten, dass die Schüler mit Freude an die Zeit nach der Schule denken und keine Angst vor einer ungewissen Zukunft haben“, betont Böhm.

Doch von dem Wunschgedanken, dass Bildungseinrichtungen von ganz alleine potenzielle Schreinergesellen oder Maschinenbauer hervorbringen, davon müsse man sich verabschieden. Vielmehr bedürfe es bei diesem Weg, bei der Suche nach einer beruflichen Orientierung, der großen Frage „Was will ich später einmal werden?“, der Unterstützung durch die Firmen. Daher verfolgt die IHK mit dem Projekt der Zukunftswerkstatt das Ziel, dass Schulen und Betriebe eine Plattform erhalten, dank derer sie sich austauchen, sich begegnen können.

Dem stimmt auch Landrat Engelhardt zu. Die Zahlen von Arbeitssuchenden seien rückläufig, vielmehr müsse man mittlerweile den Fokus auf die richtige Vermittlung von Arbeit legen. „Die Herausforderung liegt darin, die richtigen Stellen an die richtigen Menschen zu bringen“, so der Landrat. Möglichst früh den passenden Beruf für sich herauszufinden, könne als großes Glück empfunden werden. „Es gilt, die Interessen, Fähigkeiten und Möglichkeiten von Schülern zu fördern, so dass die genau die Tätigkeiten ergreifen können, die zu ihnen passt“, sagt Engelhardt.

Dass sich die IHK, der Kreis oder Betriebe an Projekten wie die Zukunftswerkstatt finanziell oder ideell beteiligen, sei dabei keineswegs ein altruistischer Gedanke. „Schüler sind unsere Zukunft. Wenn Unternehmen in unserer Region keine qualifizierten Fachkräfte finden, dann sind sie selbst nicht zukunftsfähig“, erklärt der Landrat.

Durch das große Engagement, dass die Schüler des Kurses Robotertechnik bei einer kurzen Präsentation ihrer programmierten Lego-Modelle an den Tag legten, erklärt sich die Sinnhaftigkeit einer Zukunftswerkstatt wie von alleine. Einzig ein paar Fachfragen, die Landrat Engelhardt als bekennender Lego-Fan an die Schüler stellt, gilt es zu klären. Nur einen Raum weiter ist dann schon die nächste Projektgruppe am Tüfteln. Gemeinsam mit Jürgen Ende von der Heinrich-Metzendorf-Schule erkunden Schüler die Welt des Stromkreislaufes und bauen eine Wechselstromleitung. Früh offenbart sich hier eine Zu- oder Abneigung für das Wunder der Technik. Eine wichtige Erkenntnis bei der großen Frage, welchen Beruf man später einmal einschlagen möchte. Nur in Zweiergruppen lässt Lehrer Ende seine Schüler werkeln, sonst würde die Konzentration nachlassen. „Die Schüler erkennen, ob Elektrotechnik etwas für sie ist oder nicht. Und wenn es nichts für sie ist, dann können sie es zumindest begründen“, so Ende. Und auch das ist schon mal eine wichtige Orientierung, vielleicht ein entscheidender Baustein für den späteren beruflichen Werdegang.

© Verlagsgruppe Rhein Main GmbH & Co. KG


„Schülern konkrete Wege aufzeigen”

Zukunftswerkstatt der IHK in der Alfred-Delp-Schule unterstützt bei Berufswahl

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In der Zukunftswerkstatt der Alfred-Delp-Schule können sich Schülerinnen und Schüler über Berufsbilder informieren und auf ihre Ausbildung vorbereiten. Foto: Meike Paul

LAMPERTHEIM – Mit den neuausgestatteten Lernräumen der Alfred-Delp-Schule eröffnet die Industrie- und Handelskammer (IHK) Darmstadt Rhein Main Neckar die 40. „Zukunftswerkstatt“ – und unterstützt mit dem Projekt Jugendliche bei der Berufswahl. Hier können sich Schülerinnen und Schüler über Berufsbilder informieren und auf ihre Ausbildung vorbereiten. Der stellv. Schulleiter Alexander Böhm zeigte sich begeistert und freut sich, seine Schützlinge nun schon viel früher auf die Arbeitswelt vorbereiten zu können: „Wir müssen schon in der fünften Klasse ansetzen und gemeinsam mit den Schülern herausfinden, was ihre Stärken und Interessen sind. Nur so können wir Ihre Begabungen fördern und ihnen bei der Berufswahl helfen.” Durch die individuelle Förderung verspricht sich der stellv. Schulleiter die Angst vor der Zukunft zu nehmen und mögliche Ehrenrunden zu vermeiden. „Dabei meine ich noch nicht einmal das Sitzenbleiben, es geht mir vielmehr darum, den Schülern konkrete Wege aufzuzeigen und sie nicht nach ihrem schulischen Werdegang mit einem guten Zeugnis in die Perspektivlosigkeit oder Unentschlossenheit zu entlassen.” Denn das habe Böhm in den vergangenen Jahren immer wieder feststellen können. Er vergleicht diese Schülerhaltung mit der German Angst, was Christian Engelhardt, Landrat des Landkreises Bergstraße auf den Plan rief: “wenn Sie das sagen, bekomme ich ja Angst”, meinte er lachend. Denn diese Art der Angst beschreibe eine weiterverbreitete Unbereitschaft ein Risiko einzugehen. Doch er konnte seinem Vorredner auch Recht geben, denn so soll es zum Ziel gemacht werden, die richtige Stelle an die richtigen Menschen vermittelt zu werden. Konkret bedeutet das für die Schüler an berufsorientierten AGs teilzunehmen, wie etwa einem RobotikKurs, für den Vertreter von der berufsbildenden Schule zum Unterricht anrücken. Wer sonst könne das Thema besser lehren? So präsentierten die Schüler eine Vorführung zum Thema „Lego Mindstorms“ intelligente Legoroboter, denen sie mit Programmen etwas „beigebracht”. Auf die Frage, weshalb sie dieses Projekt gewählt hatten, antwortete der 15-jährige Marvin: „Wir alle interessieren uns für die Robotik. Ich selbst möchte Mechatroniker werden. So können wir herausfinden ob uns diese Arbeit auch wirklich liegt.” Dabei bleibt viel Erfolg zu wünschen! Meike Paul

© 2015 TIP-Verlag Lampertheim.

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