„FranceMobil“ – Spielerisch Interesse wecken

France_MobilHélène Bari macht die Sechstklässler mit den Anfängen der französischen Sprache vertraut.

Foto: AfP Asel

ADS „FranceMobil“ soll Schüler für französische Sprache begeistern

LAMPERTHEIM – (vjo). Verlegen kichern die Schüler, als sie sich auf den im Halbkreis angeordneten Stühlen niederlassen. Selbst im Gespräch mit den Sitznachbarn lassen sie den umgehenden gelben Würfel nicht aus den Augen. Nervös fixieren sie das Schaumstoffgebilde, das zügig an den Nebenmann weitergegeben wird, sobald man es in den Händen hält. Stoppt nämlich die Musik, muss der Würfelbesitzer zum Wurf ausholen – die Zahl der Augen verrät den Sechstklässlern dann, welchen der französischen Sätze, die Hélène Bari zuvor an die Tafel geschrieben hat, sie vor der Klasse nachsprechen müssen. Was die Sechstklässler anfangs noch in Verlegenheit bringt, scheint ihnen mit zunehmender Dauer Spaß zu bereiten. Nach kurzer Zeit sprechen sie stolz einige grundlegende Floskeln problemlos nach und geben mit „je m’appelle“, „j’habite à“ und „j’aime“ Auskunft darüber, wie sie heißen, wo sie wohnen und was sie mögen. „Très bien“, lobt Bari die Schüler, die sich am Donnerstagvormittag gemeinsam mit Französischlehrerin Evelyn Bensouilah im Werkraum der Alfred-Delp-Schule eingefunden haben.

Hemmungen abbauen

Dass die Schüler Hemmungen abbauen, ist genau Baris Ziel. Im Rahmen des Programms „FranceMobil“, einem kleinen französischen Kulturinstitut auf Rädern, fährt die französische Lektorin ein Jahr lang verschiedene Schulen in Deutschland an, um Schüler spielerisch für die französische Sprache und Kultur zu begeistern.

„Für die Sechstklässler steht im nächsten Jahr der Wahlpflichtunterricht auf dem Programm, bei dem sie auch das Fach Französisch wählen können. Durch solche Veranstaltungen möchten wir das Interesse der Kinder wecken“, betont Bensouilah im Gespräch mit unserer Zeitung. Zeitgleich präsentiert Bari den Schülern eine Frankreichkarte und erklärt, woher genau sie kommt und was sie beabsichtigt. Sie möchte ein zeitgemäßes Frankreichbild vermitteln und Informationen zur Fremdsprachenwahl liefern.

Das Programm, das 2002 von der Robert Bosch-Stiftung und der Französischen Botschaft in Berlin ins Leben gerufen wurde, habe in den vergangenen elf Jahren mit seinen Aktionen und Angeboten bundesweit schon mehr als 950 000 Schüler an etwa 11 300 Schulen erreicht.

Um auch die Schüler der Alfred-Delp-Schule zu erreichen und diese für das Erlernen der französischen Sprache zu begeistern, bleibt Bari der spielerischen Linie treu. Nach dem Würfelspiel unterteilt sie die Klasse in Kleingruppen und verteilt Schilder, auf denen französische Liedtitel notiert sind. Während sie die entsprechende Musik vorspielt, liegt es an den Sechstklässlern, die Ohren zu spitzen und die Titel zu erraten.

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